900 000 Kubikmeter Giftmüll

Neukirchen-Vluyn, 20.11.2009, Klara Helmes

Neukirchen-Vluyn/Kamp-Lintfort. Das Thema Sondermülldeponie Eyller Berg beschäftigt derzeit auch die Stadtverwaltung und den Neukirchen-Vluyner Beigeordneten Ralf Eccarius. „Wir haben die Unterlagen, das Kartenmaterial und vieles andere sondiert und ausgewertet.”

Anhand dieser Fakten habe das Baudezernat die Menge Sondermülls, die insgesamt noch auf dem Berg abgeladen werden könne, auf rund 900 000 Kubikmeter Material hochgerechnet. Wenn man die derzeitigen Verhältnisse zu Grunde lege, bedeutete dies, dass auf der Anlage mindestens noch bis zum Jahr 2028 Giftmüll angefahren werde – mit zahllosen Sondermüll-transporten, die bekanntlich durch den Neukirchen-Vluyner Ortsteil Rayen rollen müssen.

Die Auskünfte zu Kippmengen und -dauer, die die Betreiberfirma Ossendot bei der Begehung im Oktober gegeben habe, seien nur teilweise richtig gewesen.

 

 

Eine bestimmte Eigenschaft

„Wenn man weiß, wie groß der Kubus der Deponie wird und dann die abschließende Begrünung abrechnet, kommt man auf die besagten Zahlen.” Ossendot habe von nur 300 000 Kubikmetern bis zum Jahr 2016 gesprochen. „Der Betreiber geht anscheinend nur von einer bestimmten Deponiefläche mit einer bestimmten Eigenschaft aus.”

Eccarius weiter: Komme die geplante Abfall-Behandlungsanlage noch hinzu, würden die Giftmülltransporte auf ewig andauern. „Das ist aus dem Antrag des Betreibers ganz klar abzuleiten.”

Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort wollen nun die gesamte Historie der Deponie anhand der Unterlagen bei der Bezirksregierung prüfen lassen, sprich, den Düsseldorfern in die Karten gucken. „Seltsamerweise ergeben sich immer wieder Rechtslücken, die die eine und die andere Genehmigung möglich machen”, erklärt der Erste und Technische Beigeordnete.

Quelle: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/neukirchen-vluyn/2009/11/20/news-141477928/detail.html