Vertragsbruch gewittert

Kamp-Lintfort, 01.12.2009, Thomas Wittenschläger

Kamp-Lintfort/Neukirchen-Vluyn. Die Bürgerinitiative gegen die Giftmülldeponie glaubt nicht an ein schnelles Auffüllen. Nächste Sitzung am Donnerstag.

Die Bürgerinitiative Giftmülldeponie Eyller Berg bleibt wachsam. Vorstandsprecher Ulrich Blauert vermutet, dass die Abfallbeseitigungsgesellschaft vertragsbrüchig wird. Blauert: „Wie von der Stadt Neukirchen-Vluyn errechnet wurde, können auf der Sondermülldeponie noch rund 900 000 Kubikmeter Giftmüll abgelagert werden. Wir müssen nach diesen Zahlen davon ausgehen, dass die Deponie noch weit über das Jahr 2020 hinaus mit Giftmüll beschickt wird.” Dies stehe in krassem Widerspruch zur vertraglichen Vereinbarung der Stadt mit der Eyller-Berg-Abfallbeseitigungsgesellschaft vom 29. Januar 2002.


Dem Vertrag sei zu entnehmen, dass die Deponie bis Ende 2016 verfüllt und bis Ende 2020 mit einer Oberflächenabdeckung versehen und rekultiviert wird. „Uns drängt sich der Eindruck auf, dass die jährlichen Sondermüllmengen zu niedrig sind, um den Verpflichtungen nachzukommen”, so Blauert. „Nach unserer Einschätzung ist es höchste Zeit, dass sich Verwaltung und Rat der Stadt Kamp-Lintfort umgehend mit dem Problem beschäftigen und geeignete Maßnahmen ergreifen. Möglicherweise liegt ein gravierender Vertragsbruch von Seiten der Eyller-Berg-Abfallbeseitigungsgesellschaft vor.”

Die Bürgerinitiative will diese Problematik in der nächsten Umweltausschusssitzung als ordentlichen Tagesordnungspunkt behandelt sehen. In diesem Zusammenhang findet es die BI mehr als ärgerlich, dass im November in Kamp-Lintfort wieder eine Umweltausschusssitzung abgesagt wurde – mangels zu besprechender Themen. Freuen würde es den Vorstand zudem, wenn Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt auf die am 21. August in einem offenen Brief gestellten Fragen antworten würde. Und es interessiert ihn brennend, ob die Bezirksregierung mittlerweile den aus diesem Sommer datierenden Fragenkatalog beantwortet hat. hr


BI-Sitzung: 3. Dezember, 19 Uhr, Sportheim SuS Rayen.

Quelle: WAZ/NRZ 1.12.09