In die Offensive gehen

Eyller Berg: Kritik an der Informationspolitik der Bezirksregierung

Ulrich Ernenputsch

Kamp-Lintfort. Keinen Zweifel ließ Rita Hoff gestern im Umweltausschuss daran, dass auch die Verwaltung höchst unzufrieden mit der Informationspolitik der Bezirksregierung in Sachen „Eyller Berg" ist. Anfragen der Stadt zur geplanten Behandlungsanlage auf der Sonderdeponie wurden, so die technische Beigeordnete, teils überhaupt nicht beantwortet. „Wir möchten gerne in die Offensive." Welche Möglichkeiten dazu bestehen, das möchte die Verwaltung im Einvernehmen mit dem Kreis Wesel und der Stadt Neukirchen-Vluyn durch einen Juristen prüfen lassen.

Dieser Absicht stimmte der Ausschuss einhellig zu. Ebenso begrüßte er den Entschluss, gegenüber der Bezirksregierung auf die Umsetzung des geltenden Landschaftsplans zu pochen. Und der sieht eine Aufforstung des Deponiegeländes vor. Doch gegen diese Vorgabe zieht die Betreiberfirma Ossendot (wie berichtet) zu Felde. Dass diese Forderung auch den Nerv der Bürgerinitiative „Giftmülldeponie Eyller Berg" treffe, betonte Ulrich Blauert. Der Sprecher der Gemeinschaft appellierte an die Stadt, den Informationsaustausch mit der Bürgerinitiative zu pflegen, der für beide Seiten von Vorteil sein könne.

„Wir sollten getrennt marschieren und gemeinsam zuschlagen", lautete seine Empfehlung. Schließlich könne die Bürgerinitiative auch ganz anders gegenüber der Düsseldorfer Behörde auftreten. Otto Sartorius erinnerte an das Problem der fehlenden Luftmess-Stationen. Der Lintforter Sprecher der Initiative regte an, den Einsatz einer solchen Messeinrichtung nicht nur für einen kurzen Zeitraum, sondern ein ganzes Jahr zu beantragen, um festzustellen, welche Luftbelastungen von der Sonderdeponie ausgehen. Tiefbauamtsleiter Bodo Brügesch sagte zu, dieser Anregung zu folgen.

Keine Zustimmung für die Behandlungsanlage

Auf Begeisterung bei der Bürgerinitiative stößt auch die Absicht der Stadt, die ablehnende Haltung zur Behandlungsanlage zu bekräftigen. Denn sie habe, so Rita Hoff, keine positive Auswirkung auf die Zielsetzung, die Laufzeit der Deponie so weit wie möglich zu reduzieren. Ungehalten über die Bezirksregierung zeigte sich Jürgen Maier (SPD). Deren Arroganz sei nicht hinzunehmen. Und Peter Stapper (CDU) beklagte, dass die Behörde über alles ihre Hand halte, „was die Kies-und Abfallindustrie betrifft".

Quelle: WAZ/NRZ 12.03.2010