Nicht nur zur Deponierung

Kamp-Lintfort, 15.06.2009, Harry SEELHOFF

Stadt Kamp-Lintfort nennt Berichterstattung zum Eyller Berg „unzutreffend und unseriös”.

Als „absolut unzutreffend und unseriös” bezeichnet die Stadt und somit Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt die Meldung im Artikel der NRZ vom Samstag, die Stadt habe dem Bau einer Abfallbehandlungsanlage auf dem Eyller Berg ihre Zustimmung erteilt. Vielmehr sei es Fakt, dass die Stadt „in der Vergangenheit viele Jahre lang mit allen rechtlichen Möglichkeiten gegen die zum Teil ungeordnete Deponie auf dem Eyller Berg vorgegangen” sei. Der NRZ liegt der Vertrag mit dem Abfallentsorger, der im nichtöffentlichen Teil des Rates behandelt wurde, vor. Es meldete sich auch ein Umweltschutzverband zu Wort.

Es heißt in der Pressemitteilung der Stadt, der Rat habe sich 2002 entschlossen, „wenigstens auf den zeitlichen Ablauf der Deponierung, das heißt auf die möglichst sichere und geordnete Ablagerung und auf die Rekultivierung des Berges sowie die Nutzung der städtischen Straßen für die Anlieferung durch privatrechtliche Vereinbarung mit der Betreiberin zu regeln”. Die Stadt Kamp-Lintfort habe sich den zum Teil kritischen Anmerkungen des Kreises Wesel angeschlossen.

War noch 1999 in den Ausschussunterlagen von einer Verwertungs- und Behandlungsanlage für feste Abfälle die Rede, so geht es jetzt um eine chemisch-physikalische. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland meldete bei der Bezirksregierung starke Bedenken an.

Die Anlage, so der Bund, sei nicht genehmigungsfähig. Sie habe keine Bauartzulassung. Zudem erklärte gestern eine Bund-Sprecherin, dass der Antrag der Abfallbeseitigungsanlage eindeutig vorsehe, die behandelten Abfälle zumindest teilweise im Versatzbergwerk Teutschenthal zu verwerten. Einen Vertrag, wie ihn die Stadt Kamp-Lintfort mit der Eyller-Berg-Gesellschaft geschlossen habe, nennt der Bund „unanständig”.

Der Naturschutzbund Kamp-Lintfort, Erlenweg 8, verschickt den oben genannten Vertrag an Interessierte.