Klartext :

Lukratives Geschäft

Moers, 30.07.2010, Ulrich Ernenputsch

Wenn Kiesbaggereien Geschäfte mit Bodenschätzen machen wollen, müssen sie sich – wenn nicht gerade eine Verfüllung vorgesehen ist – zu einer Rekultivierung der entstehenden Uferflächen verpflichten. Andere Wege versucht offenbar die Firma Ossendot zu gehen.

Sie will wohl aus der Rekultivierung des Eyller Berges noch mehrfachen Nutzen ziehen.

Fünf Meter hohe Waldinseln möchte sie auf die bislang vorgesehene Endhöhe des Berges packen. Und darunter soll’s eine ebenso starke so genannte Wurzelsperrschicht geben. Das Material dafür soll aus Abfallstoffen in der geplanten Behandlungsanlage gewonnen werden. Auf diese Weise würden Einnahmen erzielt. Sehr lukrativ wäre auch eine Ausnutzung der in der Genehmigung festgelegten Höhenbegrenzung. Die Neukirchen-Vluyner Verwaltung rechnete nach und kam auf ein zusätzliches Kippvolumen von 150 000 Kubikmetern. Auch das wäre ein satter Zugewinn.

Darüber hinaus nähren die neuen Anträge den Verdacht, dass es den Ossendots nicht um rasche Beendigung des Deponiebetriebs, sondern die Sicherung einer langfristigen Einnahmequelle geht. Der Kamp-Lintforter Bürgermeister geht sogar noch einen Schritt weiter. Er kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies von vornherein das Ziel der Unternehmer gewesen war und in der Vergangenheit die städtischen Verhandlungspartner getäuscht worden sind.

Auch darum ist es gut, dass die beteiligten Behörden nun die Zeit bekommen haben, die Anträge gründlich zu beleuchten und alle wesentlichen Argumente in die Waagschale werfen, um tatsächlich ein schnellstmögliches Ende der Sonderdeponie zu erreichen.

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/moers/Lukratives-Geschaeft-id3324269.html

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