Getäuscht

Wie ich gelesen habe, hat der Bürgermeister von Kamp-Lintfort, Dr. Landscheidt, mit Empörung festgestellt, dass die Firma Ossendot Stadt sowie Öffentlichkeit über die Abfallbehandlungsanlage auf dem Eyller Berg getäuscht hat und er bezeichnet die Vorgehensweise des Unternehmens als unseriös. Seit über 20 Jahren werden den Anliegern der Giftmülldeponie Eyller Berg Gerüche, Lkw-Verkehr, Feinstäube und Straßenüberflutungen zugemutet. In diesem Zeitraum hat die Stadt Kamp-Lintfort nach meiner Einschätzung nicht die Interessen der Bürger vertreten und versäumt, die Aufsichtsbehörde einzuschalten. Sprich - sie ist nicht zum Anwalt der hilflosen und überforderten Bürger geworden. Mit einer Vereinbarung aus dem Jahr 2002 hat sich die Stadt Kamp-Lintfort sogar mit der Errichtung einer Abfallbehandlungsanlage und der Erweiterung der Deponie einverstanden erklärt. Verbindliche und einklagbare Gegenleistungen sucht man in diesem Vertrag weitestgehend vergebens. Im Januar 2006 bezeichnete der Bürgermeister anlässlich eines Besuches bei der Betreiberfirma die Zusammenarbeit als positiv und das Unternehmen als Zukunfts- und Wachstumsbranche, welche nicht im Gegensatz zu den Interessen von Kamp-Lintfort steht. Welch eine Fehleinschätzung! Ab jetzt sollte der Bürgermeister durch sein weiteres Handeln die Öffentlichkeit davon überzeugen, dass seine aktuelle Einschätzung auch von Dauer ist und zu konkreten Maßnahmen gegen den Betreiber des Giftberges führt. Handlungsbedarf ist reichlich gegeben!

Christian Heimke

Quelle: Leserbrief in der WAZ/NRZ, 6.8.2010 Abschrift

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