Schnelleres Ende der Deponie?


Moers, 09.09.2010, Ulrich Ernenputsch

Kamp-Lintfort. „Unser Bemühen ist, auf die Bezirksregierung einzuwirken, dass es ein früheres Ende des Deponiebetriebs gibt.“ Das versicherte die technische Beigeordnete Rita Hoff den Mitgliedern des Umweltausschusses sowie recht vielen Mitgliedern der Initiative „Giftberg“.

Diese nutzten die Bürgerfragestunde auch dazu, ihrem Unmut über die sparsam dimensionierte Berieselungsanlage auf der Deponie Luft zu machen.

Ein Bürger, der unweit des Berges wohnt, schilderte, dass hin und wieder Staubwolken von der Sonderdeponie ausgehen. Ihm riet Ausschussvorsitzender Uwe Schubert, in solchen Fällen das Landesamt für Umwelt (s 02 01/71 44 88) zu verständigen. Peter Stapper (CDU) forderte eine Erweiterung der Berieselungsanlage. Viele Fragen und Anmerkungen gab’s rund um die seit über zehn Jahren geplante Abfallbehandlungsanlage.
„Kämpferisch“

Dazu machte Rita Hoff deutlich, dass auch die Bezirksregierung den jüngsten Projektantrag der Eyller Berg Abfallgesellschaft (EBA) als ganz neue Einrichtung einstuft. Die Beigeordnete verwies auf das lange Hin und Her der Deponiebetreiberin bei der Antragstellung. Von daher will die Verwaltung auch darauf drängen, dass die Düsseldorfer Behörde das Verfahren mit einem negativen Bescheid endlich beendet.

Jürgen Maier freute sich über die „kämpferische Stellungnahme“ der Verwaltung zu den EBA-Anträgen. „Die SPD spürt den Willen, sich nicht wie ein Tanzbär an der Nase herumführen zu lassen.“ Lob auch von Bernhard Kames (Grüne), der wünschte, dass die Bezirksregierung offenlegen soll, was sie in den vergangenen fünf Jahren an Kontrollen an und auf der Sonderdeponie durchgeführt hat. Zudem forderte Kames, dass die Konzernbürgschaft der EBA in eine Bankbürgschaft umgewandelt wird.

Lothar Steinberg von der Lineg überraschte mit der Mitteilung, dass die Genossenschaft die Grundwassermessstellen am Fuße des Bergbauteils der Deponie einstellt, „weil sich die Werte in den letzten Jahren kaum verändert haben“. Zur Grundwassersituation im Stadtgebiet stellte der Fachmann in einem fachlichen und sehr schwer verständlichen Vortrag auch dar, dass der torfige Untergrund im Bereich der ehemaligen Kokerei stark belastet sei. Das habe sich beim Einrammen einer Spundwand gezeigt. Dadurch traten Teerstoffe aus. Steinberg: „Aber die riesigen Flächen in dieser Tiefe kann man nicht ausheben.“ Darüber hinaus riet der Lineg-Vertreter, die bestehenden Warnbereiche im Stadtgebiet aufrecht zu erhalten, da dort die Grundwasserverhältnisse total gestört seien.

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/moers/Schnelleres-Ende-der-Deponie-id3689805.html

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