Und schon wieder nicht beteiligt bei der Abfallbeseitigung

NRZ 23.06.2009, Wolfgang Krause, Harry Seelhof

Verwertungs- und Behandlungsanlage Eyller Berg: Neukirchen-Vluyn will sich wehren

Obwohl Rayen, das nördliche Stadtgebiet Neukirchen-Vluyns, wahrscheinlich von der Verwertungs- und Behandlungsanlage Eyller Berg betroffen sein wird, hatte die Bezirksregierung Düsseldorf die Stadt nicht zu einer Stellungnahme aufgefordert. Das war im Jahr 1999. Jetzt befürchtet der Neukirchen-Vluyner CDU-Fraktionschef Klaus Franzen ein ähnliches Versäumnis der Kommunalaufsicht. Und diesmal „geht es gegenüber dem früheren Antrag um die Verwertung von hochgiftigen Stoffen mittels chemisch-physikalischer Behandlung”.

In einem Dringlichkeitsantrag in der Sitzung des Neukirchen-Vluyner Bau-, Grünflächen- und Umweltausschusses forderte die CDU die Verwaltung auf, unverzüglich mit der Bezirksregierung, der Stadt Kamp-Lintfort und der Eyller-Berg-Abfallbeseitungsgesellschaft Kontakt aufzunehmen und die Belange Neukirchen-Vluyns zu vertreten. Franzen freute sich darüber, dass „alle Fraktionen das einmütig begrüßt haben”. Die Stadtverwaltung sagte zu, bereits am Mittwoch im Stadtentwicklungsausschuss zu berichten, wenn bis dahin Informationen vorliegen, ansonsten so schnell wie möglich.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz positionierten sich am Dienstag auch die Grünen des Kreises Wesel sowie aus Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn gegen eine Abfallbehandlungsanlage auf dem Eyller Berg. Elisabeth Hanke-Beerens von den Kreisgrünen: „Wir sind aus Gründen des Wasserschutzes, des Gesundheitsschutzes sowie der Landschaftsplanung gegen die Anlage.” Herbert Bongert aus Neukirchen-Vluyn: „Wir wurden am letzten Dienstag informiert.” Er beklagt die „defizitäre Informationslage” und wendet sich strikt gegen die Abfallbehandlungsanlage.

Bongert berichtete zudem von dem sich formierenden Protest der Bürger: „Das letzte Wochenende in Rayen war schon spannend.” Die Anwohner dort befürchteten Gesundheitsschäden durch giftige Stäube, einen Wertverlust ihrer Immobilien sowie eine Verschlechterung der Verkehrssituation durch zunehmenden Schwerlastverkehr. Es sei die Gründung einer Bürgerinitiative zu erwarten. Diese versicherte Hanke-Beerens der uneingeschränkten Unterstützung durch die Kreistagsfraktion. Sie will zudem auch keine befristete Genehmigung für die Anlage, da sie Verlängerungen ohne Öffentlichkeitsbeteiligung fürchtet.

Johannes Tuschen, Vorsitzender der Kamp-Lintforter Fraktion, sieht die Grünen „in einem Boot mit dem NABU” und beklagt die schlechte Informationspolitik der Bezirksregierung. Als der Rat 2002 den Vertrag mit der EBA absegnete, sei „Abfallbehandlungsanlage” nur eine Worthülse gewesen.