Gesundheit zuerst

Ich finde es großartig, dass die Stadt Kamp-Lintfort sich jetzt für die Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen (Kamp-Lintfort - EBA) einsetzt. Sie hat so auch das gesundheitliche Wohl (Giftmüll, giftige Stäube und so weiter) an oberste Stelle gesetzt. Die EBA will augenscheinlich die Deponie über das Jahr 2016 hinaus betreiben und mit einer „Abfallbehandlungsanlage" bestücken. Womit kann man schon mehr Geld verdienen als mit Müll oder sogar Giftmüll, mit dem niemand etwas zu tun haben will? Der erstaunte Bürger fragt sich, was vertragliche Vereinbarungen wert sein. Beispiele aus der näheren und weiteren Umgebung zeigen manch zweifelhaftes Verhalten von Deponiebetreibern („Müllbarone" im Volksmund).

Es gilt nicht erst seit gestern: „Wer mit Müllbaronen Tennis spielt, braucht einen verdammt großen Schläger." Die technische Beigeordnete hat eindrucksvoll in der Umweltausschusssitzung zum Ausdruck gebracht, wie sich die Stadt gegen die Pläne der EBA wehren will. Für die Bürger wäre es wichtig gewesen, wenn Bürgermeister Dr. C. Landscheidt anwesend gewesen wäre. Ich kann ja verstehen, dass die Verwaltung und die politischen Parteien rund zehn Jahre überzeugt davon waren, wie toll der Vertrag mit der EBA ist. Heute muss man zugeben, dass die Verwaltung und die Parteien einzelne Teile des Vertrages nicht zur Gänze überblickt haben. Böse Zungen sagten und sagen immer  noch: „Ihr seid über den Tisch gezogen worden." Jetzt endlich wehrt sich die Stadt vehement gegen den Vertrag. Nur müssen die Stadt, die Bürgerinitiative Eyller Berg und die Stadt Neukirchen-Vluyn auch gemeinsam handeln - hoffentlich nicht zu spät.

Gerhard Krick, Kamp-Lintfort


Leserbrief, WAZ 27.9.2010, Abschrift