Sorge der Landwirte vor dem Eyller Berg

von Anja Katzke

Kamp-Lintfort. Ob Hans Faasen zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses kommt? "Das kann ich mir eigentlich sparen", sagte der Landwirt aus Kamp-Lintfort jetzt im Gespräch mit dem Grafschafter. Er zeigte sich mehr als enttäuscht darüber, wie wenig die Politiker in der letzten Sitzung auf die Ängste der Bürger vor der geplanten Abfallbehandlungsanlage auf dem Eyller Berg eingegangen seien. Hans Faasen hatte in der Bürgeranhörung vor der Sitzung die Sorgen und Nöte aus Sicht der Landwirte geschildert: "Auf unseren Feldern wird Weizen, Mais und Raps angebaut. Da ist es doch nur natürlich, dass ich wissen möchte, ob regelmäßig Bodenanalysen und Staubmessungen vorgenommen werden. Wir produzieren schließlich Lebensmittel in unmittelbarer Nähe zur Deponie Eyller Berg und unterliegen der Produkthaftung", erläuterte Faasen seine Beweggründe, zur Sitzung des Umweltausschusses zu kommen und seine Fragen zu stellen.

Neutrale Gutachter

"Ich will wissen, ob jemals eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde, damit Gefahren ausgeschlossen werden können", erläuterte Hans Faasen. Er bedauerte, dass die Politiker nicht auf seine Bedenken eingegangen seien und nur an die Bezirksregierung in Düsseldorf verwiesen worden sei. "Mich hat die Lässigkeit des Vorsitzenden geärgert, mit der er die Fragen abgehandelt hat." Die Frage nach den Staubmessungen habe er beispielsweise bereits vor zwei Jahren gestellt. Was Faasen auf die Palme bringt: "Wir Landwirte werden regelmäßig durch neutrale Gutachter kontrolliert. Die Eyller Berg Abfallgesellschaft darf aber selbst kontrollieren."

Quelle: Rheinische Post, 23.10.2010, Abschrift