Schnelleres Deponie-Ende durch Wald

 

Moers, 28.10.2010, Ulrich Ernenputsch

Deponie in Kamp-Lintfort an der EyllerBerg-Straße.  Foto: Ulla Michels WAZ FotoPool

Deponie in Kamp-Lintfort an der EyllerBerg-Straße. Foto: Ulla Michels WAZ FotoPool

 

Kamp-Lintfort/Neukirchen-Vluyn. Noch immer ärgert sich Hans Faasen mächtig, wenn er an die jüngste Sitzung des Kamp-Lintforter Umweltausschusses denkt. In Rage bringt ihn die Nonchalance, mit der die Politiker über seine Sorgen hinweggegangen seien.

Der Landwirt hatte darauf hingewiesen, dass zwischen Sonderdeponie Eyller Berg und Halde Norddeutschland Weizen, Raps und Mais angebaut werde und Rinder auf Wiesen grasen. „Es werden dort Lebensmittel produziert und wir unterliegen der Produkthaftung.“ Faasen warf die Frage auf, wer für den Schaden aufkomme, wenn Giftstoffe über die Böden in Pflanzen und Fleisch gelangen.

Dem Landwirt wurde nahe gelegt, die Antwort bei der Düsseldorfer Bezirksregierung zu suchen. Mitglieder der Bürgerinitiative „Giftberg“ sind aber der Auffassung, dass sich die Stadt für ihre Bürger einsetzen und deren Anliegen und Sorgen mit Nachdruck in Richtung Düsseldorf lenken müsse. Überhaupt wundert sich Gerd Krick darüber, dass die Kamp-Lintforter Politiker in Sachen „Sonderdeponie“ sehr passiv seien.

Ulrich Blauert und Otto Sartorius erinnern daran, dass bei der Rekultivierung des Bergbauteils der Deponie die Arnsberger Bezirksregierung sehr genau darauf geachtet habe, dass die Aufschüttungen entsprechend der alten Form der ehemaligen Endmoräne modelliert wurden. Karl-Heinz Seigner befürchtet, dass die Düsseldorfer Bezirksregierung dies anders handhabe und einen kastenförmigen Abfallberg zulasse. Neben der Boden- fordert die Bürgerinitiative eine ständige Luftüberwachung. Ginge es nach Günter Neu, dann müssten an allen vier Ecken des Eyller Berges Messeinrichtungen stehen. Er verweist auf die Verfassung des Landes, wonach die natürlichen Lebensgrundlagen und Tiere unter Schutz stehen.

Ossendot und Bezirksregierung vor Gericht

Mit Nachdruck fordert Ulrich Blauert die Düsseldorfer Genehmigungsbehörde auf, den Deponiebetreibern endlich eine Bewaldung des Berges vorzuschreiben, wie sie verbindlich im Landschaftsplan verankert sei. Die Mitglieder der Bürgerinitiative sind der Überzeugung, dass eine solche Vorschrift das beste Mittel sei, um die Laufzeit der Deponie stark zu verkürzen. Aber gegen eine generelle Aufforstung des Eyller Berges befindet sich die Firma Ossendot noch im Clinch mit der Bezirksregierung vor Gericht.

Denn ein Festhalten an der Bewaldung hätte zur Folge, dass das mögliche Kippvolumen kräftig schrumpfen würde. Außerdem will die Bürgerinitiative weiter dafür kämpfen, dass es nicht zum Bau einer Abfallbehandlungsanlage auf der Deponie kommt. Sie solle nämlich auch zur Behandlung giftiger Stäube dienen und dafür gebe es keine hinreichenden Erfahrungen. Und einen Verkehrsunfall mit solchen Stoffen möchten sich die Bürgerinitiativler schon gar nicht vorstellen.

 

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/moers/Schnelleres-Deponie-Ende-durch-Wald-id3882502.html