Angst vor giftiger Luft


Die Bürgerinitiative Giftberg hat immer wieder beantragt, dass am Eyller Berg erneut die Luftqualität gemessen wird. Die Mitglieder erwarten mehr Engagement von der Kamp-Lintforter Verwaltung und den Parteien.

Von Christian Schroeder


Bild: Rheinische Post


KAMP-LINTFORT.
Günther Neu gehört nicht zur Bürgerinitiative  (Bi) Giftberg. Dennoch hatte sich der Kamp-Lintforter Bürger gestern zum Treffen der BI bei Otto Sartorius dazu gesellt. Er möchte, dass in Kamp-Lintfort die Luftqualität gemessen wird. „Und zwar an den richtigen Stellen und lange genug“, fordert Neu. Er stimmt mit Otto Sartorius und den anderen von der BI überein, dass die Luftqualitätsmessung des Landesumweltamt (LANUV) von September 2006 bis Januar 2007 unrichtige Ergebnisse geliefert hätte. Das LANUV hatte damals „keine Auffälligkeiten“ in den Werten gefunden. „Wir brauchen eine Dauermessung am Eyller Berg“, sagt Günther Neu. Er glaubt, dass man dann Kontaminationen, die von der Mülldeponie herrühren, in der Luft nachweisen würde.

 

Vertrag aus 2002


Vor mehr als zehn Jahren hatte die Ossendot Umweltschutz GmbH beantragt, auf dem Eyller Berg eine chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage bauen zu dürfen. Die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde hat immer wieder neue Nachweise von den Antragstellern gefordert. Die BI Giftberg möchte die Genehmigung verhindern und hat Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt zumindest ein Stück weit auf ihre Seite ziehen können. Landscheidt hatte im Sommer geäußert, er habe den „Eindruck, dass die Stadt und die gesamte Öffentlichkeit“ bereits bei der vertraglichen Vereinigung mit der Eyller-Berg-Abfallbeseitungsgesellschaft (EBA) im Jahre 2002 „über die wahren Absichten der Betreiber getäuscht werden sollten“.
„Immer wieder haben wir Luftmessungen beantragt“, sagt Otto Sartorius. Oft habe man zu hören bekommen, dass derzeit keine Mess-Stationen verfügbar seien. Charly Seigner meint, die Stadt Kamp-Lintfort müsse sich verstärkt beim LANUV dafür einsetzen, dass Luft-, Erd- und Wasserqualität verstärkt kontrolliert werden. „Ich vermisse vor allem aber Initiative der Parteien. Wann äußert sich unser Landtagsabgeordneter Roth dazu?“ sagt Seigner. Bisher habe er lediglich eine Stellungnahme des Moerser SPD-Landtagsabgeordneten Ibrahim Yetim registriert. Überhaupt käme viel mehr Engagement gegen die geplante Anlage aus den Nachbarorten, vor allem aus Neukirchen-Vluyn.

Quelle: Rheinische Post, 29.10.2010 (Abschrift)

Ergänzung:
Direkt daneben in der RP fand sich ein kurzer Artikel über das Landtagsfrühstück in Düsseldorf, bei dem er sich mit Bürgern aus Alpen und anderen Orten über aktuelle politische Themen austauschte. Wir wünschen uns, dass er auch mal über den Giftberg mit uns und auch mit seinen Kollegen im Landtag spricht.