Kamp-Lintfort

Besuch aus Düsseldorf

VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 17.11.2010

Kamp-Lintfort (RP) Die Düsseldorfer Regierungspräsidentin Anne Lütkes besucht im Januar Kamp-Lintfort. Sie will sich im Gespräch mit der Bürgerinitiative und den Städten Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn selbst ein Bild vom Eyller Berg machen.

Es kommt Bewegung in die Diskussion rund um die auf dem Eyller Berg geplante Abfallbehandlungsanlage und die Rekultivierung der Sonderabfalldeponie: Im Januar will Regierungspräsidentin Anne Lütkes nach Kamp-Lintfort kommen, um sich vor Ort einen Eindruck von den Örtlichkeiten zu machen.

Diese Zusage erhielten sowohl die Bürgerinitiative "Giftberg" als auch die Stadt Kamp-Lintfort. Die Bürgerinitiative hatte sich bereits im August mit ihren Sorgen und Bedenken an die Düsseldorfer Behörde und an Umweltminister Johannes Remmel gewendet.

Rekultivierung

Die Antwort kam zügig. "In dem Schreiben teilt die Regierungspräsidentin mit, dass ihre Behörde das Verfahren zum Eyller Berg zu einem Abschluss bringen will", teilte gestern Ulrich Blauert, Sprecher der Bürgerinitiative, auf Anfrage der RP mit. Darüber hinaus erfuhren Blauert und seine Mitstreiter, dass aktuell bei der Bezirksregierung ein Antrag der EBA zur Aufforstung des Eyller Bergs vorliege, über den noch in diesem Jahr entschieden werden solle.

Auch die Stadt Kamp-Lintfort bekam laut Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt "überraschend schnell" eine Antwort aus Düsseldorf. Der Bürgermeister hat sich mit Schreiben vom 8. November an die Regierungspräsidentin gewandt: "Ich bin sehr erfreut, dass Anne Lütkes, die erst seit einigen Wochen Regierungspräsidentin in Düsseldorf ist, bereits am 11. November geantwortet hat", betonte gestern Landscheidt. Dies zeige ein hohes Maß an Sensibilität für das Problem Eyller Berg, das die Region seit Jahren belastet".

In seinem Schreiben erhob Landscheidt nicht nur die Forderung, die aktuell beantragte Genehmigung der Abfallbehandlungsanlage kurzfristig und abschließend zu versagen, sondern darüber hinaus, den Deponiebetreibern die von der Stadt Kamp-Lintfort und vom Kreis geforderte Rekultivierung des Berges in Gestalt einer vollständigen Bewaldung im Rahmen der ursprünglichen Deponiehöhe verbindlich aufzuerlegen.

"Zentrales Ziel unserer Bemühungen bleibt außerdem, den Betreibern die zeitnahe Schließung der Deponie aufzugeben, so wie sie es selbst vertraglich zugesagt haben", erläuterte Landscheidt weiter. "Wir müssen davon ausgehen, dass die seinerzeitigen Mengenangaben zur Deponierung seitens der Betreiber absolut unzutreffend waren. Insoweit stellt sich nachdrücklich die Frage nach der Zuverlässigkeit der Betreiber, die das Regierungspräsidium als zuständige Behörde in jedem Stadium des Verfahrens zu überprüfen hat."

Außerdem forderte Landscheidt eine verlässliche und kontinuierliche Überwachung der Deponie durch das Regierungspräsidium und brachte den Unmut der betroffenen Bürger, der Bürgerinitiative sowie der Städte Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort über die in der Vergangenheit als unzulänglich empfundene Informationspolitik des Regierungspräsidiums und der Deponiebetreiberin zum Ausdruck. Ulrich Blauert begrüßte, dass sich auch die Stadt Kamp-Lintfort für die Ziele der Bürgerinitiative starkmacht. "Nachdem wir die Initiative ergriffen haben", betont er allerdings.

In der Sache selbst enthalte das Schreiben der Regierungspräsidentin an die Stadt keine Ausführungen, teilte Landscheidt mit. Vielmehr wolle Lütkes in Kenntnis der Komplexität des Sachverhaltes im Januar mit den Beteiligten, den Städten Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn und der Bürgerinitiative, ein Gespräch führen und sich zugleich einen eigenen Eindruck von den Örtlichkeiten verschaffen."

© RP Online GmbH 1995 - 2010

Quelle: URL: www.rp-online.de/niederrheinnord/moers/nachrichten/kamp-lintfort/Besuch-aus-Duesseldorf_aid_931211.html, am 17.11.2010