Alle wollen schnelles Ende

VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 27.01.2011

Moers (RP) Die Bürgermeister von Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn sowie die Vertreter der Bürgerinitiative Giftberg sind mit dem Besuch der Regierungspräsidentin Lütkes zufrieden. Sie gaben ihr mehrere Forderungen mit nach Hause.

Harald Lenßen ist guter Dinge. Seit vorgestern hat Neukirchen-Vluyns Bürgermeister das Gefühl, dass die unendliche Geschichte Eyller Berg einen guten Weg nimmt. Wie berichtet, traf die Regierungspräsidentin Anne Lütkes (Bündnis 90/Die Grünen) am Dienstag im Kamp-Lintforter Rathaus mit den Bürgermeistern und Vertretern der Bürgerinitiative (BI) Giftberg zusammen, um sich deren Sorgen und Nöte schildern zu lassen.

Die Eyller-Berg-Abfallbeseitigungsgesellschaft (EBA) hat vor vielen Jahren beantragt, auf dem Eyller Berg eine chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage zu errichten. Dagegen kämpft die BI.

 

Gutes Signal gesetzt

"Damit, dass Frau Lütkes gleich mit drei Fachleuten hierher gekommen ist, hat sie ein gutes Signal gesetzt", sagt Lenßen: Die besorgten Bürger merken, dass da jemand ist, der ihnen zuhört. Langfristig fordert er von der Bezirksregierung, einen Endtermin für die Deponierung auf dem Eyller Berg festzulegen. "Ich möchte, dass die Rayener nicht so viel Straßenverkehr haben", sagt der Bürgermeister. Kurzfristig fordert er, dass Grundwasser- und Luftmessungen vorgenommen werden.

Und diese Kontrollen sollen für Stadt und Bürger transparenter werden, ergänzt Kamp-Lintforts Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt. Ganz deutlich bat er Anne Lütkes vorgestern darum, die Bezirskregierung möge die chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage nicht genehmigen und dazu "alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen". Weiterhin fordert Landscheidt, dass die Höhe der Deponierung kritisch im Blick behalten wird und die Deponie rekultiviert beziehungsweise bewaldet wird.

Und wie beurteilt die BI das informelle Gespräch mit Anne Lütkes? "Ich finde es gut, dass ein sachlicher Dialog stattgefunden hat. Inwieweit es zukünftig zu konkreten Schritten kommt, bleibt abzuwarten", resümiert Ulrich Blauert, BI-Sprecher aus Neukirchen-Vluyn. "Die BI ist generell zur sachlichen Arbeit bereit, die sich aber in konkreten Problemlösungen widerspiegeln muss. Dazu wünscht sich die BI auch noch deutlich stärkere Unterstützung durch alle im Rat vertretenen Fraktionen", so Blauert.

Quell: http://www.rp-online.de/niederrheinnord/moers/nachrichten/moers/Alle-wollen-schnelles-Ende_aid_957333.html