Neuer Schachzug

Die „voraussichtliche Endfassung“ des Antrags zur Abfallbehandlungsanlage Eyller Berg geht ihren behördlichen Gang

Von Wolfgang Krause.

Eigentlich will sie keiner, die Neunutzung der Deponie Eyller Berg an der Stadtgrenze Kamp-Lintforts zu Neukirchen-Vluyn. Aber dennoch müssen sich die Politik, die Städte, die Bezirksregierung mit dem am 17. Dezember zuletzt aktualisierten Antrag der Firma Ossendot Umweltschutz-GmbH zur „Errichtung und zum Betrieb einer chemisch-physikalischen Behandlungsanlage auf der Deponie „Eyller Berg“, wie es in einem Schreiben der Genehmigungsbehörde Bezirksregierung heißt, mit dem Thema befassen.

 

Information vor Ort

Erst vergangene Woche hatte sich Behördenchefin Anne Lütkes bei einem Besuch vor Ort mit dem Thema vertraut gemacht, anschließend mit Vertretern beider Städte und der „Bürgerinitiative Giftmülldeponie Eyller Berg“ gesprochen. Weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt, konnte sie nicht öffentlich dazu äußern. Aber die Stellungnahmen, die die so genannten Träger öffentlicher Belange (unter anderem Städte, Kreis, Naturschutzbund) abgegeben haben, sind „eingearbeitet worden“, so Stefanie Paul, Sprecherin der Bezirksregierung. „Jetzt gibt es eine neue Beteiligung“.

Das klingt ein wenig nach einer unendlichen Geschichte. In einem Schreiben der Bezirksregierung an das Landesbüro der Naturschutzverbände, das unserer Zeitung vorliegt, heißt es unter anderem: Der Antrag vom Dezember stelle „die voraussichtliche Endfassung des Antrags dar“. Eine Versickerung des so genannten Dachflächenwassers sei nicht mehr geplant.

Stellungnahmen bis 23. Februar

Die Frist für mögliche Nachforderungen wurde auf den 7. Februar terminiert. Bis Mittwoch, 23. Februar, müssen abschließende Stellungnahmen eingegangen sein, verfügte die Bezirksregierung.

Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt freute sich in jedem Fall über das Schreiben. „Neu ist, dass alle unsere Kritikpunkte, die Bemängelungen der Städte, aufgenommen wurden, dass es keine eigenständige Verwertungsanlage geben soll. Meiner Einschätzung nach kann dieser Antrag so nicht genehmigt werden.“

Die Firma Ossendot reagierte nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.

Quelle: WAZ 3.2.2011 (Abschrift)