Mehr Messstationen

VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 18.03.2011

Kamp-Lintfort (RP) Die Situation am Eyller Berg stand gestern im Mittelpunkt der Sitzung des Umweltausschusses. Einmal mehr nahmen Anwohner und die Bürgerinitiative "Giftberg" die Gelegenheit wahr, ihre Forderungen zu formulieren.

Es gibt in Kamp-Lintfort zurzeit keinen anderen politischen Ausschuss, in dem die Bürger häufiger das Wort haben als die Politiker: Die Zuhörerränge waren auch gestern im Umweltausschuss wieder gut besetzt. Thema: Eyller Berg. Dass in dem Bereich der Sondermülldeponie bislang nur eine Luftmessstation aufgestellt wurde, stieß auf großen Unmut. Einhellige Meinung: Eine einzige Luftmessstation könne nicht zu belastbaren Ergebnissen führen. "Ich sehe meine Gesundheit ganz klar durch den Berg gefährdet", betonte einer der Bürger und forderte, dass Messungen flächendeckend rund um den Eyller Berg vorgenommen werden.

Genauso wichtig seien in dem Bereich Erdproben. Anwohner Hermann Brambosch machte die Politiker darauf aufmerksam, dass die Hauptarbeit auf der Deponie derzeit genau auf der anderen Seite der Messstelle stattfinde. Bürger und Bürgerinitiative Giftberg forderten die Verwaltung auf, mehr Druck auf die zuständige Behörde, das Landesumweltamt, auszuüben.

 

Schreiben an Umweltminister

Rita Hoff, Technische Beigeordnete in Kamp-Lintfort, und Bodo Brügesch, Leiter des Tiefbauamtes, machten gestern mehrfach deutlich, dass die Stadt dem Landesumweltamt gegenüber nicht weisungsbefugt ist. "Wir haben bereits versucht, Ihre Anregungen weiter zu geben", betonte Rita Hoff und forderte die Bürgerinitiative auf, ebenfalls unterstützend aktiv zu werden. Wie Brügesch berichtete, hatte das Landesumweltamt zunächst eine Messstation aufgestellt, die einmal monatlich ausgewertet werden soll. "Ende April soll entschieden werden, wo und wann weitere Geräte aufgebaut werden", erläuterte der Leiter des Tiefbauamtes. Die Messstelle soll das ganze Jahr über stehenbleiben. "So ist gewährleistet, dass auch in der Jahreszeit Messungen vorgenommen werden, in der deutlich mehr Stäube fliegen." Otto Sartorius, Lintforter Sprecher der Bürgerinitiative "Giftberg", ließ in der Sitzung seinem Ärger freien Lauf, dass der Initiative versprochen worden sei, in die Standortsuche mit einbezogen zu werden. "Es war nicht der Fall. Ich habe den Eindruck, dass die Behörde auf Zeit spielt", erklärte Sartorius. Die Bürgerinitiative will in Sachen Luftmessung jetzt ein Schreiben an den Landesumweltminister aufsetzen. Zu den Fragen der Bürger zum Höhenplan des Eyller Berges informierte die Technische Beigeordnete, dass die Stadt bei der Bezirksregierung einen geometrischen Soll-Ist-Vergleich eingefordert habe.

Quelle:  www.rp-online.de/niederrheinnord/moers/nachrichten/kamp-lintfort/Mehr-Messstationen_aid_976840.html