Verschoben, aber dadurch nicht aufgehoben

von Melanie Kuhlmann aus Kamp-Lintfort

Lintfort: Eyller Berg | Die Sondermülldeponie am Eyller Berg ist ein stetiges Ärgernis der Bürger Kamp-Lintforts und Neukirchen-Vluyns. Ein Ende scheint noch lange nicht in Sicht, und aktuell verschärft sich die Situation eher noch, als dass sie sich ein wenig beruhigt.

Denn seit rund drei Wochen beobachtet der Vorstand des Vereins (BI) Bürgerinitiative Giftmülleponie Eyller Berg Neukirchen-Vluyn/Kamp-Lintfort - laut eigener Aussage -, dass auf der Deponie Eyller Berg umfangreiche Erdbewegungen in einem großen Teil des südlichen Bereichs der Sondermülldeponie stattfinden.

 

In einem aktuellen Schreiben an NRW-Umweltminister Johannes Remmel schildert die BI ihre Beobachtungen diesbezüglich detailliert: „Dieses Material wurde auf einen tiefer gelegenen und basisabgedichteten Teil der Deponie verschoben. Wir vermuten, dass Giftmüll der Klasse 3 verschoben wird“, und erläutert hinsichtlich dessen auch ihre Befürchtungen, nämlich dass „eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen und Schäden für die Umwelt/Natur herbeigeführt werden oder sogar bereits Gefahr im Verzuge vorherrscht“.

Wie aus dem Schreiben an den Umweltminister hervorgeht, nahmen Anwohner bereits seit Beginn der Verschiebearbeiten „verstärkt chemikalische Gerüche zu unterschiedlichen Tageszeiten“ wahr, worüber diese auch unverzüglich die Bezirksregierung Düsseldorf unterrichteten. Die Bezirksregierung selbst teilte diesbezüglich allerdings schriftlich mit, „dass keine Gerüche dieser Art von den Mitarbeitern festgestellt worden sind“.

Seit langem steht die Frage im Raum, ob der vorgesehene Höhenplan seitens der Eyller-Berg Abfallgesellschaft mbh eingehalten wird. Die BI selbst jedoch ist der Ansicht, „dass dieser Höhenplan in mehreren (Teil-) Bereichen der Deponie wesentlich und um viele Meter überschritten wurde.“ Zur derzeitigen Lage äußern sich die Mitglieder dem Umweltminister gegenüber mit folgenden Worten:

„Das aktuelle Verschieben von Sondermüll im südlichen Bereich der Deponie könnte darauf hindeuten, dass die Betreiberin der Deponie die Überschreitung des verbindlichen Höhenplans in diesem Teilbereich erkannt hat und den Soll-Zustand schaffen möchte. Dies dürfte zunächst als positiv zu betrachten sein. Aber näher betrachtet, führt dieses Verschieben von Sondermüll zu den von uns bereits dargestellten Geruchs- und Staubbelastungen.“

Zudem kommt hinzu, dass der Landschaftsplan des Kreises Wesel von 1983 für den Eyller Berg als Rekultivierungsziel eine Bewaldung vorsieht. Bis dato ist dahingehend jedoch noch nichts geschehen.

 

Aufgrund dieses Hintergrundes fordert die BI in ihrem Schreiben folgendes:

  • Dass „sämtliche Maßnahmen rund um den Eyller Berg darauf ausgerichtet sind, dass keine Schäden für Mensch, Umwelt und Natur entstehen. Sie sind umweltneutral zu gestalten.“
  • Dass „eine Einmessung des gesamten Deponiegeländes Eyller Berg erfolgt, um festzustellen, ob und gegebenenfalls in welchen Bereichen eine Überschreitung des Höhenplanes von 1969 bereits jetzt vorliegt. Diese Einmessung wurde im Übrigen auch von den beteiligten Kommunen (den Städten Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort) und der Bürgerinitiative gegenüber der Regierungspräsidentin – Anne Lütkes – in einem gemeinsamen Gespräch im Januar 2011 gefordert. Bis heute sind diesbezüglich keine Reaktionen seitens der Bezirksregierung Düsseldorf feststellbar.“
  • Dass „Sie die Bezirksregierung anweisen, die Eyller Berg Abfallgesellschaft mbH kurzfristig zur Einreichung eines Rekultivierungsplanes aufzufordern und zwar notfalls mit entsprechenden Zwangsmitteln.“
  • Dass „aufbauend auf den Ergebnissen der vorgenannten Einmessung - unter Einbeziehung der zur Rekultivierung (Bewaldung) notwendigen Bodenschicht - die notwendigen Maßnahmen mit allen beteiligten Kommunen, den Landesbehörden und den Bürgern abgestimmt werden, um umweltneutrale Lösungen in einem überschaubaren Zeitrahmen herbeizuführen.“

 

Es bleibt demnach also fraglich, was sich in den nächsten Monaten und Jahren noch so alles auf der Sondermülldeponie bewegen wird. Zunächst einmal erhoffen sich die Mitglieder der BI, beim Umweltminister auf offene Ohren zu stoßen.

Möglicherwiese klappt es ja dieses Mal mit der erhofften Unterstützung aus Düsseldorf.

Quelle: http://www.lokalkompass.de/kamp-lintfort/politik/verschoben-aber-dadurch-nicht-aufgehoben-d55874.html

 

Verschoben, aber dadurch nicht aufgehoben
von Melanie Kuhlmann aus Kamp-Lintfort | vor 8 Stunden, 39 Minuten | 17 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 4 Bilder
Große Baumaschinen werden derzeit auf der Sondermülldeponie am Eyller Berg gesichtet.
Große Baumaschinen werden derzeit auf der Sondermülldeponie am Eyller Berg gesichtet.


Lintfort: Eyller Berg | Die Sondermülldeponie am Eyller Berg ist ein stetiges Ärgernis der Bürger Kamp-Lintforts und Neukirchen-Vluyns. Ein Ende scheint noch lange nicht in Sicht, und aktuell verschärft sich die Situation eher noch, als dass sie sich ein wenig beruhigt.

Denn seit rund drei Wochen beobachtet der Vorstand des Vereins (BI) Bürgerinitiative Giftmülleponie Eyller Berg Neukirchen-Vluyn/Kamp-Lintfort - laut eigener Aussage -, dass auf der Deponie Eyller Berg umfangreiche Erdbewegungen in einem großen Teil des südlichen Bereichs der Sondermülldeponie stattfinden.

In einem aktuellen Schreiben an NRW-Umweltminister Johannes Remmel schildert die BI ihre Beobachtungen diesbezüglich detailliert: „Dieses Material wurde auf einen tiefer gelegenen und basisabgedichteten Teil der Deponie verschoben. Wir vermuten, dass Giftmüll der Klasse 3 verschoben wird“, und erläutert hinsichtlich dessen auch ihre Befürchtungen, nämlich dass „eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen und Schäden für die Umwelt/Natur herbeigeführt werden oder sogar bereits Gefahr im Verzuge vorherrscht“.
Wie aus dem Schreiben an den Umweltminister hervorgeht, nahmen Anwohner bereits seit Beginn der Verschiebearbeiten „verstärkt chemikalische Gerüche zu unterschiedlichen Tageszeiten“ wahr, worüber diese auch unverzüglich die Bezirksregierung Düsseldorf unterrichteten. Die Bezirksregierung selbst teilte diesbezüglich allerdings schriftlich mit, „dass keine Gerüche dieser Art von den Mitarbeitern festgestellt worden sind“.

Seit langem steht die Frage im Raum, ob der vorgesehene Höhenplan seitens der Eyller-Berg Abfallgesellschaft mbh eingehalten wird. Die BI selbst jedoch ist der Ansicht, „dass dieser Höhenplan in mehreren (Teil-) Bereichen der Deponie wesentlich und um viele Meter überschritten wurde.“ Zur derzeitigen Lage äußern sich die Mitglieder dem Umweltminister gegen-
über mit folgenden Worten:
„Das aktuelle Verschieben von Sondermüll im südlichen Bereich der Deponie könnte darauf hindeuten, dass die Betreiberin der Deponie die Überschreitung des verbindlichen Höhenplans in diesem Teilbereich erkannt hat und den Soll-Zustand schaffen möchte. Dies dürfte zunächst als positiv zu betrachten sein. Aber näher betrachtet, führt dieses Verschieben von Sondermüll zu den von uns bereits dargestellten Geruchs- und Staubbelastungen.“
Zudem kommt hinzu, dass der Landschaftsplan des Kreises Wesel von 1983 für den Eyller Berg als Rekultivierungsziel eine Bewaldung vorsieht. Bis dato ist dahingehend jedoch noch nichts geschehen.

Aufgrund dieses Hintergrundes fordert die BI in ihrem Schreiben folgendes:
- Dass „sämtliche Maßnahmen rund um den Eyller Berg darauf ausgerichtet sind, dass keine Schäden für Mensch, Umwelt und Natur entstehen. Sie sind umweltneutral zu gestalten.“
- Dass „eine Einmessung des gesamten Deponiegeländes Eyller Berg erfolgt, um festzustellen, ob und gegebenenfalls in welchen Bereichen eine Überschreitung des Höhenplanes von 1969 bereits jetzt vorliegt. Diese Einmessung wurde im Übrigen auch von den beteiligten Kommunen (den Städten Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort) und der Bürgerinitiative gegenüber der Regierungspräsidentin – Anne Lütkes – in einem gemeinsamen Gespräch im Januar 2011 gefordert. Bis heute sind diesbezüglich keine Reaktionen seitens der Bezirksregierung Düsseldorf feststellbar.“
- Dass „Sie die Bezirksregierung anweisen, die Eyller Berg Abfallgesellschaft mbH kurzfristig zur Einreichung eines Rekultivierungsplanes aufzufordern und zwar notfalls mit entsprechenden Zwangsmitteln.“
- Dass „aufbauend auf den Ergebnissen der vorgenannten Einmessung - unter Einbeziehung der zur Rekultivierung (Bewaldung) notwendigen Bodenschicht - die notwendigen Maßnahmen mit allen beteiligten Kommunen, den Landesbehörden und den Bürgern abgestimmt werden, um umweltneutrale Lösungen in einem überschaubaren Zeitrahmen herbeizuführen.“

Es bleibt demnach also fraglich, was sich in den nächsten Monaten und Jahren noch so alles auf der Sondermülldeponie bewegen wird. Zunächst einmal erhoffen sich die Mitglieder der BI, beim Umweltminister auf offene Ohren zu stoßen.
Möglicherwiese klappt es ja dieses Mal mit der erhofften Unterstützung aus Düsseldorf.