Aufforderung zum Widerstand - Leserbrief

Eyller Berg

Im Mittelpunkt der Sitzung der Umweltausschusssitzung stand die Forderung der Bürger, Luft und Boden um die Giftmülldeponie flächendeckend auf gesundheitsgefährdende Stoffe hin zu untersuchen. Seit Februar 2011 wurde „eine" Messstelle für Grobstäube vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) aufgestellt, und das zu einer Jahreszeit, in der eine Staubentwicklung kaum auftritt.

 

„Wir sind dem Landesamt gegenüber nicht weisungsberechtigt", erklärte der städtische Tiefbauamtsleiter (was hat er denn damit zu tun?). Die Bürgerinitiative Eyller Berg solle gegenüber dem Landesamt die Finger in die „Wunde" legen und Widerstand leisten, forderte der Ausschussvorsitzende U. Schubert. Derselbe Herr Schubert, wie fast der gesamte damalige Stadtrat, der im Jahr 2002 dem Vertrag zwischen der EyllerBerg-Abfallgesellschaft (EBA) und der Stadt Kamp-Lintfort (zukunftweisend) zugestimmt hat. Aus dem vertraglichen Vereinbarungen geht unter anderem hervor, dass die Stadt Kamp-Lintfort (nur die Stadt?) jährlich 45 000 (insgesamt rund 1 Mio. Euro) für die Zustimmung erhält. Zumindest der Umweltausschuss unter Leitung von Herrn Schubert hätte darauf kommen müssen, dass die Stadt Kamp-Lintfort die Mittel für die Messstellen aus diesen Zahlungen bereitstellt. Der Stadt liegt doch sehr viel an der Gesundheit ihrer Bürger und die Aufrechterhaltung ihrer Gesundheit. Die Stadtverwaltung muss sich auch fragen lassen, wofür sie diese Zahlungen verwendet, mittlerweile wohl an die 45 000, wo werden sie ausgewiesen? Sich auf ein „Nichtzuständigsein" zurückzuziehen, ist, vorsichtig ausgedrückt, einfach scheinheilig und kleinbürgerlich. Dann wird die Stadtverwaltung gelobt, weil sie eine Informationsschrift verteilt, aus der die Bürger die Ansprechpartner und deren Telefonnummern für Beschwerden, Beobachtungen und Schadensmeldungen entnehmen können. Und das zum ersten Mal nach rund 30 Jahren Sondermülldeponie Eyller Berg. Bei diesem Tempo der Stadtverwaltung muss es einem auf dem Gehäuse einer Schnecke vorkommen wie auf einem durchgehenden Pferd.

 

Gerhard Krick, Kamp-Lintfort

Quelle: Leserbrief in der Rheinischen Post, 23.3.2011 (Abschrift)