Alte Kamellen

Mit Interesse verfolgen unsere Leser die Berichterstattung bezüglich der Sondermülldeponie und halten - zu unserer Begeisterung - auch nicht mit ihrer persönlichen Meinung„hinter dem Berg".

Der Artikel „Erste Allgemeine Verunsicherung" hat mich schmunzeln lassen, besonders die Äußerungen des Vorsitzenden der Kamp-Lintforter Grünen Jürgen Bachmann. In dem Interview erzählt er vor allem „alte Kamellen", die längst schon von der Bürgerinitiative „Eyller Giftberg" und seit jüngster Zeit auch von der Verwaltung und den im Rat der Stadt vertretenen Parteien gefordert werden. Möchte sich Herr Bachmann bei uns Bürgern anbiedern und so tun, als ob er allein die Problemfelder kennt und die Forderungen der Bürger vertritt?

In den letzten Jahren habe ich zahlreiche Ausschusssitzungen besucht und mir ein Bild von den Grünen machen können. 1999 stimmten sie zum Beispiel gegen den Bau der Abfallbehandlungsanlage mit der Begründung, sie sei für den Bürger gefährlich. 2001 stimmten sie mal gerade für den Bau dieser Anlage. Allein die grüne Ratsfrau Tscherner-Marx stimmte gegen die Abfallbehandlungsanlage und gegen die Erweiterung der Deponie. In einer Ratssitzung in 2005 lobte der Fraktionsvorsitzende Tuschem, dass es richtig war, für die Abfallbehandlungsanlage zu stimmen.

Und es kam noch schlimmer! Im Sommer 2009, nach Gründung der Bürgerinitiative, erklärte eine Fachfrau vom BUND, dass in dieser Anlage hochgiftige Stäube verarbeitet werden sollten. Schnell wechselten die Grünen ihre Meinung und klebten kurz vor der Kommunalwahl Plakate: „Ohne Wenn und Aber - keine Abfallbehandlungsanlage auf dem Eyller Berg"! Und forderten gleichzeitig, dass der Pütt noch vor 2012 geschlossen werden soll. Die SPD soll übrigens nach der gewonnenen Kommunalwahl den Grünen den Vorsitz im Umweltausschuss angeboten haben.

Stimmt das, Herr Bachmann? Warum haben die Grünen dieses Angebot nicht angenommen? Darauf hätten wir Bürger gerne eine Antwort!

Monika Karanovic

Leserbrief im Wochenmagazin, 6.4.2011