Mächtiger Wirbel am Eyller Berg

Staubentwicklungen erregen Gemüter der Anwohner auch aktuell wieder

Kamp-Lintfort. Wirkliche Ruhe kehrt am Eyller Berg wohl noch lange nicht ein, daran ändert auch das traumhafte Wetter der vergangenen Tage nichts. Denn immer neue Begebenheiten an der Sondermülldeponie erregen die Gemüter der ansässigen Bürger. Zudem warten diese bisweilen vergebens auf aussagekräftige Antworten sowie tatkräftige Unterstützung seitens offizieller Stellen. Bereits im März bemühte sich die Bürgerinitiative (BI) Giftmülldeponie Eyller Berg erneut um Gehör, und zwar beim Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Denn dieses hatte sich bereits im Dezember vergangenen Jahres dazu bereit erklärt, insgesamt drei Staubdepositionsmessstellen zur Messung von Gesamt-/Grobstaub und relevanter Schwermetalle in den Hauptwindrichtungen am Eyller Berg aufzustellen.
Weitere Messstellen gefordert

Bislang wurde jedoch lediglich eine als „optimal“ bezeichnete Messstelle in Hauptwindrichtung Anfang Februar diesen Jahres, an der Eyller-Berg-Straße, aufgestellt. Über die Notwendigkeit von weiteren Messstellen soll entsprechend der Vorlage des Umweltausschusses nach Vorliegen von einer oder zwei Monatsauswertungen entschieden werden, hieß es in der Umweltausschusssitzung der Stadt Kamp-Lintfort, die im März stattfand. Dies irritierte und verärgerte zahlreiche Bürger und Mitglieder der BI. Denn wie die BI in ihrem Brief an das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalens im März äußerte, haben „eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern und auch Mitglieder der Bürgerinitiative bisher Staubentwicklungen auf dem Eyller Berg persönlich festgestellt. Dieser Staub hatte verschiedene Färbungen (schwarz, dunkelbraun, rotbraun und ähnliches) und Konsistenzen (zum Beispiel in Form von Strahlsand) und dessen Niederschlag wird regelmäßig auf dem Boden, auf Gartenmöbeln und Terrassen, Autos und anderem festgestellt.“ Die Bürger fürchten darum um das Ökosystem: „Die Bürgerinnen und Bürger haben daher Angst davor, dass sich Giftstoffe und Schwermetalle im Boden ablagern und in Planzen anreichern“. Die BI fordert in ihrem Schreiben darum „ein flächendeckendes Messverfahren im Abwindbereich“. Dieses Messverfahren sollte „außerdem in Kombination mit den Berichten der Wetterstationen erfolgen“.

Entnahme von Bodenproben

Im Falle positiver Messergebnisse fordert die BI zusätzlich die Entnahme und Analyse von Bodenproben. Des Weiteren bittet sie um die Bereitstellung von Vordrucken für festgestellte Staubentwicklungen, in welche die Betroffenen eintragen können, „wann/um wieviel Uhr, wo und in welcher Form/Intensität Stäube aktuell aufgetreten sind“. Das Gesuch der BI verlief bis dato allerdings noch wenig vielversprechend. Erst vergangene Woche erreichte diese eine knappe Rückmeldung des Ministeriums, in der darauf verwiesen wurde, dass „zunächst noch Informationen der zuständigen Stellen erforderlich sind. Sobald alle Unterlagen vorliegen, erhalten Sie umgehend eine Antwort“. Wie lange es noch dauern wird, bis das Ministerium sich umfassend äußern wird und gegebenenfalls auch entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: Wochenmagazin, 11.05.2011