Neues in Sachen Giftmülldeponie

BI Giftmülldeponie Eyller Berg erhielt jüngst weitere Auskünfte

von Melanie Kuhlmann

Lintfort: Eyller Berg | Im Januar dieses Jahres machte sich Regierungspräsidentin Anne Lütkes ein Bild von der Situation auf der Sondermülldeponie am Eyller Berg. Seither wartete die Bürgerinitiative (BI) lange Zeit vergeblich auf eine Nachricht. Jüngst erreichte die BI nun doch endlich eine Rückmeldung. Minister Johannes Remmel äußerte sich der BI gegenüber schriftlich zur aktuellen Lage auf der Deponie.


Remmel nahm in seinem Schreiben, nach Rücksprache mit der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, Stellung zu den Nachfragen der Bürgerinitiative.

Somit wies er unter anderem daraufhin, dass es sich bei den umfangreichen Erdbewegungen, die vor Ort seit einiger Zeit stattfinden, tatsächlich um „Umlagerungen der Überhöhungen im Plateaubereich“ handelt und auch, „dass es sich dabei um Sonderabfall für die Deponieklasse III handelt, da die Deponie hierfür zugelassen ist“.

Seitens der BI wurde angemerkt, dass seit Beginn der Verschiebearbeiten verstärkt chemische Gerüche aufgetreten seien. Remmel nahm diesbezüglich mit folgenden Worten Stellung: „Die Bezirksregierung hat in ihrem Bericht dargelegt, dass sie unmittelbar nach Beschwerdeeingang Kontrollen durchgeführt hat und keine Gerüche feststellen konnte. Weitere Kontrollen auf der Deponie belegen, dass abfallspezifische Gerüche allenfalls direkt am Einbauort festzustellen waren, aber nicht außerhalb der Deponie.“
Hinsichtlich der von der BI geäußerten Zweifel an der Wirksamkeit der Beregnungsanlage erläuterte Remmel, „dass diese Vernebelungsmaschinen im unmittelbaren Ein- und/oder Umlagerungsbereich verwendet werden. Ansonsten gibt es für den großflächigen Einsatz ein Betriebswege begleitendes 600 Meter langes Schlauchsystem zur Bewässerung.“ Hinsichtlich dessen merkte er auch an, dass „die Bezirksregierung während der im Jahr 2011 durchgeführten Kontrollen keine Staubverwehungen auf dem Deponiegelände hat feststellen können.“

Zudem teilte er der BI mit, dass er die Bezirksregierung Düsseldorf als zuständige Überwachungsbehörde aufgefordert hat, „einen weiteren Depositionsmesspunkt in Absprache mit Ihnen und unter Beteiligung des LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW) und der Stadt Kamp-Lintfort festzulegen.“

Zur Forderung der BI, den gesamten Deponiekörper einzumessen und einen Rekultivierungsplan seitens der Deponiebetreiberin vorlegen zu lassen, äußerte sich Remmel folgendermaßen: „Zu den aktuellen Deponiehöhen wurden bei der Bezirksregierung am 29. April eine Stellungnahme und Planunterlagen vorgelegt, die dort zurzeit geprüft werden.“ Des Weiteren wurde der Betreiberin bereits auferlegt, „ein konsensfähiges Rekultivierungskonzept vorzulegen, in dem auch die Deponiehöhen dargestellt werden.“

Soweit also die wichtigsten neuen Erkenntnisse in Sachen Giftmülldeponie. Abzuwarten bleibt nun, ob auf diese Worte auch tatsächlich weitere Taten folgen werden.

Quelle: Wochenmagazin Kamp-Lintfort, 06.07.2011