Eyller Berg: Landrat redet Klartext

Ansgar Müller sieht in der Giftmülldeponie die Ursache für schwermetallhaltige Stäube. Obst und Gemüse waschen.

Kamp-Lintfort/NeukirchenVluyn. Landrat Dr. Ansgar Müller findet im Zusammenhang mit Umweltbelastungen am Eyller Berg in Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn klare Worte: „Ursächlich für die Belastung mit schwermetallhaltigen Stäuben ist eindeutig der Betrieb der Deponie Eyller Berg. Damit ist es Aufgabe der Bezirksregierung, die für die Aufsicht über den Deponiebetrieb zuständig ist,den Sachverhalt der von dem Betrieb ausgehenden Belastungssituation des Umfeldes aufzuklären." Der Kreis rät, privat erzeugte Lebensmittel sicherheitshalber gründlich zu waschen oder zu schälen.

Die Messungen müssen dazu fortgesetzt und durch weitere Messeinrichtungen ergänzt werden, so der Landrat weiter. Der Kreis fordert die Bezirksregierung auf, die Anforderungen hinsichtlich der Staubemissionen sofort zu überprüfen.

Ergänzende Vorschriften

Nötigenfalls seien ergänzende Vorschriften zu erlassen. Die dem Kreis mitgeteilten Messergebnisse weisen, so Müller, auf vom Eyller Berg ausgehende Schwermetallbelastungen hin. Andere Verursacher kämen nicht in Betracht.

Müller weiter: „Aus der Sicht der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung ist es unwahrscheinlich, dass Obst und Gemüse oder Futterpflanzen gesundheitlich relevante Mengen Blei aus dem Boden aufnehmen. Relevant könnte aber die Ablagerung der belasteten Stäube auf Pflanzen sein." Privat erzeugte Lebensmittel für den Eigenverbrauch unterliegen nicht der Aufsicht des Kreises.

Die gründliche Reinigung von Lebensmitteln könne jedoch anhaftende Giftstoffe erheblich reduzieren; Obst und Gemüse könne zusätzlich geschält werden, um einen „Kontaminateneintrag" so gering wie möglich zu halten.

Quelle: WAZ/NRZ 10.9.2011, Abschrift