Der Kampf beginnt

Kommentar von Harry Seelhof

Der Kampf um den Eyller Berg hat gerade erst begonnen. Wer die Pressemitteilungen der vergangenen Woche gelesen hat, der konnte zweifelsfrei feststellen, dass ab jetzt mit harten Bandagen gekämpft wird. Der Landrat attackiert die Bezirksregierung, die Kamp-Lintforter SPD ebenfalls.

Die Kamp-Lintforter Verwaltung will plötzlich entdeckt haben, dass selbst der Bergbauteil der Deponie nicht dem der Genehmigung zugrunde liegenden Höhenplan von 1969 entspricht. Der vielzitierte Blinde mit dem Krückstock kann problemlos erkennen, wie hoch sich der Giftmüll über den Bergbauteil der Deponie erhebt und wie sträflich Aufsichtspflichten durch die Behörden verletzt wurden.
Die Stadt Kamp-Lintfort will verhindern, dass der DSK-Teil der Deponie aus der Bergaufsicht - und damit der finanziellen Verantwortung des Bergbaus - entlassen wird. Ahnt man bereits, welches Szenario möglicherweise auf Stadt und Bürger zukommt? Ein jahrelanger Rechtsstreit mit der Betrei-bergesellschaft des Eyller Berges wäre noch das kleinere Übel. Denkbar wäre aber auch, dass die Stadt plötzlich alleine da steht mit der Giftmülldeponie samt der ehemaligen Hausmülldeponie, von der niemand weiß, was genau dort abgekippt wurde. Die Schlacht hat begonnen - der Ausgang ist ungewiss.

Quelle: WAZ/NRZ 10.09.2011