NRZ/WAZ 7.07.2009 (Abschrift)

Ulrich Ernenputsch

Mehr Transparenz zum Eyller Berg

In Rayen formiert sich Widerstand gegen eine Sondermüll-Behandlungsanlage am Eyller Berg. Und die Sondersitzung im Lintforter Rathaus war gewiss nicht dazu angetan, die Sorgen der Bürger über mögliche gesundheitliche Gefahren und einen zunehmenden Müll-Tourismus zu zerstreuen. Ganz im Gegenteil: Die Vertreterin der Bezirksregierung hinterließ den Eindruck laxer Kontrollen und signalisierte zudem, keine wirkungsvollen Mittel gegen die ungeliebte Anlage in der Hand zu haben.

Und die Lintforter Verwaltung gab einmal mehr zu erkennen, dass sie den Verdacht nicht los wird, von der Eyller Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft über den Tisch gezogen zu werden. Denn das wiederholte Schwingen der Rechtsmittel-Keule ist ja nicht gerade ein Zeichen von Vertrauen zum Partner der 2002 geschlossenen Vereinbarung. Gut ist, dass die Bürger aktiv werden und Transparenz zum Betrieb der Sonderdeponie und den weiteren Plänen der EBA fordern. Schließlich geht's nicht um die Lagerung von Lollis, sondern den möglichen Umgang mit weit über 200 Abfallarten, von denen fast die Hälfte als gefährlich gilt.

Betreibergesellschaft und Bezirksregierung täten gut daran, den Informationsfluss erheblich zu steigern und die wachsenden Sorgen der Bürger ernst zu nehmen. Dazu gehört auch der Dialog mit Neukirchen Vluyn, der erst mit Nachdruck eingefordert werden musste. Mit vereinten Kräften sollte jetzt daran gearbeitet werden, dass 2016 am Eyller Berg mit Sondermüll endgültig Schluss ist.