RP online vom 8.07.2009

Moers

Bürgerinitiative "Giftmüll"

VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 08.07.2009

Moers (RP) Gestern Abend trafen sich im Vereinsheim des SuS Rayen rund 80 besorgte Anwohner des Eyller Bergs, um eine Bürgerinitiative gegen die Pläne der Eyller Berg Abfallgesellschaft, dort eine Abfallanlage zu bauen, zu gründen.

Rayen/Kamp-Lintfort Seit Jahren donnern täglich bis zu zwölf Lkw-Ladungen mit teils giftigem Müll den Eyller Berg hoch, um dort ihre Fracht abzukippen, sagen die Anwohner. Deswegen leben sie dort in großer Sorge. Sie haben Angst um ihre Gesundheit, Angst um die Natur. Sie fürchten, dass das nie ein Ende nehmen könnte. Und vor allem sind sie alle wütend. Jetzt wollen sie sich geschlossen wehren. Gestern Abend trafen sich rund 80 besorgte Anwohner des Eyller Bergs im Vereinsheim des SuS Rayen, um eine Bürgerinitiative gegen den Plan der Eyller Berg Abfallgesellschaft, dort eine Abfallbehandlungsanlage zu bauen, auf den Weg zu bringen.

Kein Stuhl blieb frei, der Saal platzte aus allen Nähten. Sprecher der Bürgerinitiative sind Otto Sartorius für Kamp-Lintfort und Ulrich Blauert für Neukirchen-Vluyn. "Jetzt müssen wir uns an die Feinarbeit machen und die Satzung beschließen", erklärt Sartorius. Kontakte zu anderen Bürgerinitiativen in Deutschland, die ebenfalls gegen solche Abfallanlagen kämpfen beziehungsweise gekämpft haben, sollen geknüpft werden. Gemeinsam sollen dann Aktionen gestartet werden. Unterstützung erhält die Bürgerinitiative von der Abfallexpertin Claudia Baitlinger vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Sie sieht gute Chancen, die Pläne der Abfallgesellschaft zu vereiteln. Denn das Gesetz spreche da (eigentlich) eine klare Sprache. "Wenn es nach geltendem Recht geht, ist die Anlage nicht genehmigungsfähig." Rund 360 verschiedene Abfallsorten werden auf dem Eyller Berg "entsorgt", etwa 100 davon seien hoch giftig, teils sogar krebserregend, heißt es. "Der Betrieb muss dort eingestellt werden. Der Berg muss schnell renaturiert werden", so die Abfallexpertin. Zurzeit wird an einer Internetplattform (www.giftberg.de) zum Informationsaustausch gearbeitet. "In den nächsten Wochen werden wir die Seite freischalten", sagt Mitinitiator Christof Rohlof.