Klartext: Das ist Gift

Moers, 17.10.2011, Michael Passon

Quo vadis, Bürgerinitiative Eyller Berg? Der interne Richtungsstreit scheint die einst so emsige und erfolgreiche Initiative zu schwächen.

Das ist schade, vielleicht sogar gefährlich, denn das, was da in Kamp-Lintfort passiert, bleibt ein ausgewachsener Giftmüllskandal. Die Presse von einer Versammlung auszuschließen, wie am Freitagabend geschehen, zeugt von wenig Weitsicht und einem extremen Kurzzeitgedächtnis.

Ohne Öffentlichkeit kein Druck, ohne Druck keine Fortschritte. Das war die Formel der vergangenen Monate rund um den Eyller Berg. Es ist die ewige Formel, wenn sich Bürgerinitiativen bilden. Dann nämlich, wenn hinter verschlossenen Türen Entscheidungen ausgekungelt werden, die man den Bürgerinnen und Bürgern anschließend als beschlossene Sachen präsentiert. Wenn Otto Normalverbraucher sich wehren will. Wie beim Skandal am Eyller Berg.

Die Öffentlichkeit hat der Bürgerinitiative aufs Pferd geholfen, jetzt soll sie draußen bleiben. Bis heute übrigens, denn man hat es in drei Tagen nicht geschafft, eine Pressemitteilung zur Versammlung zu verfassen. Ob’s nun der Streit über Schmusekurs oder Konfrontation mit der Bezirksregierung ist oder die Tatsache, dass man zuletzt auch mal Kritik einstecken musste. Es bleibt peinlich.

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/moers/Das-ist-Gift-id5172942.html

17.10.2011

Kommentare in der Online-Ausgabe der NRZ

6 Kommentare

Hier an dieser Stelle ist es schon erstaunlich zu lesen, wie die lokale Presse reagiert, wenn sie einmal nicht in der vordersten Reihe der Geschehnisse sitzen darf und wie dies dann entsprechend fehlerhaft kommetiert und subjektiv ausgelegt wird. Die geschlossene Sitzung der BI diente der Umorientierung des Vereins und der daraus resultierenden weiteren Erstarkung der gemeinsamen Kräfte und da ist es nur selbstverständlich, daß in einem solchen Fall der interen Regelungen die Presse nicht geladen ist. Dem entsprechend hier die Bitte um objektive Berichterstattung und nicht um subjektive Auslegung von Ereignissen ohne den Zusammenhang zu kennen, denn dies ist dann wahrhaft peinlich.

Hochachtungsvoll der lokalen Presse gegenüber ein Mitglied der BI

#1 von Ando , am 18.10.2011 um 10:01

 

Touché Monsieur Passon

Öffentlichkeit ist kein Bonbonladen. Das nächste Ersuchen der BI kommt bestimmt. Bald...

#2 von MOliebhaber , am 18.10.2011 um 10:55

 

Dieser Artikel ist an Unsachlichkeit, Polemik und gekränkter Eitelkeit kaum zu überbieten!

Die BI ist durchaus arbeits- und entscheidungsfähig, sie hält es lediglich nicht für angebracht, bei einer geschlossenen Mitgliederversammlung die Presse einzuladen. Was ja wohl ihr gutes Recht ist.

Peinlich ist einzig und allein Ihre Stellungnahme!

#3 von Woodyfan , am 18.10.2011 um 11:21

 

Wie würde die Redaktion der NRZ/WAZ wohl reagieren, wenn ich mit einer Kamera ausgerüstet unangemeldet Einlass zu einer Redaktionskonferenz erbitte, auf der noch dazu wichtige interne Personalentscheidungen besprochen werden?

Auch eine der Öffentlichkeit verpflichtete Bürgerinitiative hat das grundsätzliche Recht im Rahmen seiner Mitglieder vertraulich zusammenzukommen. Der Redaktion sollten solche Selbstverständlichkeiten eigentlich klar sein. Die Bürgerinitiative lässt sich von keiner Seite nötigen oder zu Handlungen treiben. Auch dies ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit - gerade eine Zeitungsredaktion sollte auch im eigenen Interesse an der Wahrung dieser demokratischen Spielregeln ein hohes Interesse haben.

Und der guten Ordnung halber noch eines:

In den Jahren vor der Gründung der Bürgerinitiative herrschte auch in der regionalen Presse nicht gerade eine Aufbruchstimmung in der Berichterstattung rund um den Giftberg.

Sie sollte die BI nicht durch solche unsachliche Berichterstattung schädigen, sondern unterstützend wirken.

Nicht die Presse oder irgend eine andere Institution hat zur Gründung der BI geführt.

Bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln.

Ansonsten ist die BI sicher jederzeit offen und dankbar für eine hilfreiche und unbedingt notwendige Unterstützung durch die Presse.

Vielleicht wäre ja auch mal ein Zugehen auf die ehrenamtlich arbeitenden Verantwortlichen hilfreich. Diese Leute setzen unbezahlt einen wesentlichen Teil Ihrer Freizeit für die Sache ein.

Bitte etwas mehr Fairness!

#4 von Celsius1 , am 18.10.2011 um 11:25

 

Touché, Touché....da hat die böse Presse ganz offensichtlich mitten ins Schwarze getroffen...

#5 von MOliebhaber , am 18.10.2011 um 11:41

 

Keine Pressemitteilung???

Stimmt ja wohl nicht so ganz...wie ich soeben feststellte!!

#6 von Woodyfan , am 18.10.2011 um 11:49