Eyller Berg Schwere Geschütze gegen Deponie

Kamp-Lintfort. Die Bürgerinitiative (BI) gegen den Eyller Berg fährt schweres Geschütz auf: Wie ihr Sprecher Ulrich Blauert jetzt mitteilte, wird die BI mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Düsseldorfer Bezirksregierung vorgehen.

Anlass sei, so Ulrich Blauert, die Behauptung des Landesamtes für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), bei der Deponieüberwachung würden die Einhaltung von Staubminderungsmaßnahmen weiterhin durch- und die intensiven Kontrollen durch die Bezirksregierung Düsseldorf fortgesetzt. „Die durch unsere Intervention aufgestellte Luftmessstation im östlichen Bereich der Deponie zeigt bereits nach wenigen Monaten eine Konzentration an Blei, welche die für ein ganzes Jahr festgelegte Höchstmenge überschreitet“, so Blauert in einer Pressemitteilung.

Und weiter: „Wir erwarten eine transparente Aufklärung und die Beantwortung der Frage, warum die Deponie nicht zumindest vorübergehend geschlossen wird. Sollten unsere konkreten Anhaltspunkte für ein unverantwortliches Handeln der Betreiberfirma nicht widerlegt werden können, sind nach unserer Einschätzung von der Bezirksregierung folgende Maßnahmen zu ergreifen.“

Betrieb untersagen wegen fehlender Zuverlässigkeit

Die von der BI geforderten Maßnahmen haben es in sich: Der Betreiberfirma sollte der Betrieb einer Sondermülldeponie der Klasse III mangels Sorgfaltspflicht und Zuverlässigkeit untersagt werden, was sich auch das laufende Verfahren bezüglich der chemisch-physikalischen Anlage bezieht. Dort sollen laut BI „noch gefährlichere Stoffe“ umgearbeitet und auf der Deponie gelagert werden. Hier sollte auf keinen Fall eine Genehmigung zur Errichtung der Anlage erteilt werden.

Ferner seien im weiter entfernten Bereich der in Hauptwindrichtung der Deponie vorhandenen Wohn- und Gewerbebebauung mit Schule und Kindergarten Feinstaubmessungen mit einer Vielzahl von Parametern durchzuführen und Analysen von Bodenproben vorzunehmen, so BI-Sprecher Blauert. Auch die Beprobung landwirtschaftlicher Produkte aus dem gesamten Deponieumfeld sei dringend kurzfristig zu veranlassen.

Zudem böte es sich an, Blutproben zu nehmen, da ein hoher Anteil von Bürgern mit Wohnsitz im Umkreis der Deponie an Krebs erkrankt sei, so die BI in der Pressemitteilung.

Quelle, 24.10.2011, http://www.derwesten.de/staedte/moers/Schwere-Geschuetze-gegen-Deponie-id5194372.html