Kreis fordert Abdeckung

Harry Seelhoff

Kamp-Lintfort. Dr. Antonius Dicke, Leiter des Kreisveterinäramtes, erläuterte jetzt auf Anfrage der Redaktion die Maßnahmen, die er in Sachen der Giftmülldeponie Eyller Berg angeordnet hatte. „Wir hatten im September erfahren, dass die Bleiwerte zu hoch waren. Als zuständige Behörde für Veterinär- und Lebensmittelüberwachung haben wir die Proben so gezogen, wie die landwirtschaftlichen Produkte verfüttert werden.“

Nicht zutreffend sei die Aussage der Bezirksregierung, dass der Mais entsorgt werden müsse. „Die Pflanze selber zeigte einen erhöhten Bleigehalt, die Körner lagen unterhalb der Grenzwerte“, so Dicke. „Wir haben mit den Landwirten gesprochen. Da die Körner nicht belastet waren, können sie gedroschen werden. Die Pflanze selbst jedoch wird nicht verwertet.“

Der Kreis beprobte drei Liegenschaften rund um den Eyller Berg: einen Acker mit Gerste, die schon eingelagert war, eine Rinderweide und das etwas sieben Hektar große Maisfeld. Acker und Weide wurden nicht beanstandet; die Proben wurden gemäß den futterrechtlichen Vorschriften gezogen. Für ein zweites, in der Nähe liegendes Maisfeld wurde jedoch ebenso die Verwertung der Pflanze untersagt.

Das beprobte Maisfeld, so Dr. Dicke, liegt in der Hauptwindrichtung des Eyller Berges – und es spreche alles dafür, dass die Bleibelastung der Pflanze von außen komme. Dazu Anja Schulte, Sprecherin des Kreises Wesel: „Anfang September wurde die Bezirksregierung von uns aufgefordert, Bodenproben zu ziehen. Heute geht eine Schreiben an die Bezirksregierung, in dem wir eine sofortige Abdeckung der Deponie verlangen.“

 

WAZ/NRZ 27.10.2011, Abschrift