Telefon steht nicht mehr still

Bürgerinitiative: Anordnung ist entlarvend

Kamp-Lintfort. Die BI, so Ulrich Blauert, fordert Regierungspräsidentin Anne Lütges sowie Umweltminister Johannes Remmel zu folgenden ersten Maßnahmen auf: Sofortige Einrichtung einer Informationsstelle, die alle Fragen der in hohem Maße verunsicherten Bevölkerung beantwortet: „Wir werden täglich von einer großen Zahl von besorgten Bürgern angesprochen."

Schwerpunkte dieser Anliegen sei die Beantwortung folgender Fragen: Wann und welche weiteren Giftstoffe werden in der Umgebung des Giftberges gesucht (über 100 giftige Substanzen dürfen auf dem dem Giftberg entsorgt werden)? Wie wird bei der Auswahl der zu suchenden Giftstoffe vorgegangen? Werden unverzüglich Blutuntersuchungen der am Giftberg lebenden Bevölkerung angeboten? Werden die Arbeiter auf der Deponie sofort und umfassend untersucht? Wie wird sicher gestellt, das der Boden von Privatpersonen mit Nutzgarten umgehend nach relevanten Giftstoffen untersucht wird? Zudem werden zeitnahe, konkrete Informationen gefordert, wie die Maßnahmen wie Abdeckung des Giftmülls auf der Deponie, und das Verbot der Anlieferung staubiger Stoffe durchgesetzt werden. Die politisch Verantwortlichen seien gefordert, ihrer Ankündigung nach Transparenz und einer ergebnisoffenen Prüfung Taten folgen zu lassen.

 

"Dabei wird nach Einschätzung der BI auch eine schonungslose und für die Öffentlichkeit nachvollziehbare Antwort auf die Frage gegeben werden müssen, wie die gravierenden Missstände auf dem Giftberg offensichtlich seit Jahren von der Bezirksregierung übersehen werden konnten", erklärt Ulrich Blauert im Namen der BI. Die Anordnung der Bezirksregierung zur Abdeckung der Flächen mit Sondermüll sei entlarvend: „Die mit bestüberwachte Deponie in Deutschland (0-Ton der Bezirksregierung) wurde also all die Jahre sehr oberflächlich kontrolliert."

Blei auch im Boden nachgewiesen

Wie die Bezirksregierung mitteilte, liegen vorläufige Ergebnisse der Ende September genommenen Bodenproben vor. „Sie deuten darauf hin, dass es neben den erhöhten Bleiwerten, die im Staub gemessen wurden, auch einen sogenannten Bleieintrag in den Boden gab", heißt es. Die Konzentrationen der oberflächennah entnommenen Proben (0 bis 2 cm) überstiegen die der aus dem gesamten Wurzelraum entnommenen Proben (0 bis 10 beziehungsweise 0 bis 30 cm) deutlich. Die vorläufigen Ergebnisse belegten weiter, dass an den untersuchten Standorten „erhebliche Bleieinträge stattgefunden haben". Die Bezirksregierung habe neben dem umfassenden Untersuchungsprogramm angeordnet, dass offene Deponie-Ablagerungen abgedeckt werden müssen. Die Annahme staubender Abfälle wurde untersagt. hr

WAZ/NRZ 29.10.2011 (Abschrift)