Eyller Berg im Fokus

VON ANJA KATZKE

Kamp-Lintfort (RP). Die mobile Redaktion der Rheinischen Post kommt nach Kamp-Lintfort. Am Mittwoch sind Leser und Interessierte eingeladen, mit den Redakteuren auf dem Wochenmarkt im Geisbruch über den Eyller Berg zu diskutieren.

Überhöhte Bleigehalte in den Staubproben, dann in den Futtermittelproben und jetzt auch im Boden: Die Bürger in Kamp-Lintfort sind verunsichert. Der Grafschafter möchte wissen, was die Kamp-Lintforter über die Deponie auf dem Eyller denken, welche Sorgen und Befürchtungen sie haben.

Die Bürgerinitiative nennt ihn "Giftberg" und setzt sich seit ihrer Gründung, im Jahr 2009, für mehr Transparenz ein. Sie will die vom Deponie-Betreiber geplante chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage auf dem Eyller Berg verhindern, fordert das Deponie-Ende samt Rekultivierung des Berges und Einhaltung des Höhenplans von 1969. Unterstützung erhalten die besorgten Mitglieder der Bürgerinitiative "Eyller Berg" von den beiden Städten Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn.

Der Grafschafter möchte wissen, wie die Kamp-Lintforter über die Deponie auf dem Eyller Berg denken, welche Sorgen und Befürchtungen sie haben. Deshalb kommt die mobile Redaktion der Rheinischen Post am Mittwoch, 2. November, ab 10.30 Uhr, auf den Wochenmarkt im Geisbruch und lädt Leser und Interessierte dazu ein, mit den Redakteuren über die Deponie auf dem Eyller Berg zu diskutieren. Ulrich Blauert, Sprecher der Bürgerinitiative Eyller Berg, hat seinen Besuch an der mobilen Redaktion bereits zugesagt.

In Anbetracht der aktuellen Meldungen zu den Messergebnissen, die Bezirksregierung in Düsseldorf und Kreis Wesel in den vergangenen Tagen veröffentlicht hatte, fordert der Sprecher der Bürgerinitiative Maßnahmen: "Die Messwerte lassen keinen anderen Schluss zu, als die Zuverlässigkeit des Betreibers zu bezweifeln", erklärte der Sprecher der Bürgerinitiative auf RP-Anfrage.

Erhöhte Bleiwerte

Nachdem zuvor in Staubproben am Eyller Berg überhöhte Bleigehalte festgestellt worden waren, hatte der Kreis Wesel Futtermittelproben aus dem näheren Umfeld der Staubmessanlage entnommen. Ergebnis: Während die Proben von Weidegras und Getreide unbeanstandet blieben, wiesen die untersuchten Maispflanzen einen überhöhten Bleigehalt auf und dürfen daher nicht als Futtermittel verwendet werden. Die Maiskolben wurden getrennt untersucht und nicht beanstandet.

Die unterschiedlichen Befunde für Pflanzen und Kolben sprächen für belastete Ablagerung auf den Pflanzen. Laut Kreisveterinäramt könnten die Maiskörner nach dem Dreschen der Pflanzen verfüttert werden, während die Nutzung der ganzen Pflanzen für Maissilage unzulässig sei. Fazit des Kreises: "Zur Vermeidung von Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier muss das ursächliche Problem behoben werden." Die Forderungen der Bürgerinitiative sind umfangreich. "Der Betreiberfirma sollte der Betrieb einer Sondermülldeponie der Klasse III mangels Zuverlässigkeit und Sorgfalt untersagt werden", bekräftigte Ulrich Blauert noch einmal.

Bürgermeister kommt

Dies gelte auch für das laufende Verfahren in Sachen chemisch-physikalischer Abfallbehandlungsanlage. Zweifel hat die Bürgerinitiative auch an der Einhaltung des Höhenplans von 1969 und des Landschaftsplans von 1983. Sie fordert darüber hinaus Feinstaubmessungen, Analysen von Bodenproben und Blutproben der Anwohner. All diese Themen will die mobile Redaktion aufgreifen und mit den Bürgern diskutieren. Auch Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt und Politiker haben ihr Kommen zugesagt.

Quelle: URL: http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/moers/nachrichten/eyller-berg-im-fokus-1.2533962