Eyller Berg: Leser äußern sich

von Melanie Kuhlmann aus Kamp-Lintfort |

Die Bürgerinitiative kämpft weiter gegen die Sondermülldeponie am Eyller Berg.

Seit Jahren kämpfen die Bürger rund um den Eyller Berg um die Rekultivierung der Sondermülldeponie und gegen die geplante chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage. Doch dieser Kampf scheint noch lange nicht gewonnen.

In den vergangenen Jahren wurde am Eyller Berg bereits einiges in die Wege geleitet. So wurden beispielsweise Randsteine und Drainagerinnen längs der Deponie befestigt, damit das Abwasser nicht mehr die anliegenden Felder überflutet, und Autowaschanlagen für die Deponiefahrzeuge errichtet. Auch in Sachen Grundwasser hat sich so einiges getan, denn die Deponie ist inzwischen mittels spezieller Folien (Kunststoffdichtungsbahnen) insoweit abgedichtet, dass zumindest keine giftigen Stoffe mehr ins Grundwasser gelangen sollen.

Nicht zuletzt auf erneutes Drängen der Bürgerinitiative (BI) Giftmülldeponie Eyller Berg wurden vor einiger Zeit zudem so genannte Staubdepositionsmessstellen errichtet. Und auch in den vergangenen Tagen hat sich wieder einiges getan. Seitens der Bezirksregierung wurden nun sogar weitere Untersuchungen von Boden, Luft, Wasser und Pflanzen im näheren Umkreis der Deponie angeordnet.

Hartnäckigkeit scheint sich demnach doch auszuzahlen, denn erst kürzlich war bekannt geworden, dass die BI eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Bezirksregierung eingereicht hat. Der Vorwurf: Diese habe bisher nicht angemessen gehandelt. Rundum alles schon einmal nicht zu verachtende Maßnahmen, die hier nach langem Kampf erreicht wurden. Doch reicht das den Anwohnern nicht, sie möchten in erster Linie eine schnelle Schließung und Rekultivierung der Deponie.

Erfreulich, dass nun tatsächlich Messungen durchgeführt werden, die das ein oder andere Mal auch bereits erhöhte Werte von Nickel und Blei ans Licht brachten, was die Vermutungen der Anwohner bekräftigt. Denn zu Recht fragen sich die Anwohner: „Wer möchte schon Dinge freiwillig einatmen, die durchaus mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden sein können?“ Auch laut Aussage der WDR-Lokalzeit vom vergangenen Donnerstag sei „in direkter Nachbarschaft der Deponie“ bereits eine „verdächtig hohe Zahl von Krebserkrankungen“ aufgetreten.

Nicht verübeln lassen sich auch Aussagen wie: „Jeder hat doch ein Recht auf ein selbstbestimmtes und gesundes Leben.“ Außer Frage steht, dass der Alltag aus unzähligen derartigen Gefahrenquellen besteht. Zu nennen sind der Autoverkehr, das Rauchen und vieles mehr. Allerdings kann man sich persönlich aussuchen, ob man sich dem Rauch aussetzen möchte oder besser als Nichtraucher fährt. Diese Wahl haben die Anwohner am Eyller Berg hinsichtlich der dort umherschwirrenden Stäube nicht, wie auch Lutz Malonek in einem seiner Leserbriefe (nebenstehend) zum Ausdruck bringt.

Als Sofortmaßnahmen wird die Bezirksregierung Düsseldorf anordnen, dass offene Ablagerungsbereiche abgedeckt werden. Zudem wird bis auf weiteres die Annahme staubender Abfälle untersagt. Die BI fordert zudem die „sofortige Einrichtung einer Informationsstelle, welche alle Fragen der in hohem Maße verunsicherten Bevölkerung beantwortet“. Denn mittlerweile tritt täglich eine große Zahl besorgter Bürger an die Mitglieder der BI heran.

Diesbezüglich haben die Redaktion des Wochen-Magazins auch in den vergangenen Tagen wieder einige Leserbriefe von Bürgern erreicht, die ihr persönliches Unbehagen über die Situation am Eyller Berg schildern.

Leider ist es der Redaktion nicht immer möglich, diese in voller Länge im Wochen-Magazin zu veröffentlichen. Doch wird das Wochen-Magazin bei Gelegenheit gerne jeden Leserbriefschreiber zu Wort kommen lassen, in der Printausgabe wie auch in der Internetcommunity www.lokalkompass.de. Denn nur gemeinsamer, unermüdlicher Einsatz für eine Sache verspricht letztendlich Erfolg.

Abschließend ein Zitat des engagierten Kamp-Lintforter Bürgers Lutz Malonek aus einem seiner weiteren Leserbriefe: „Fange nicht an aufzuhören, höre nicht auf anzufangen!“

15.11.2011 - http://www.lokalkompass.de/kamp-lintfort/politik/eyller-berg-leser-aeussern-sich-d104122.html

Interessant dort auch die vielen Leserbriefe zum Thema