Mit Experten gegen den Giftmüll am Eyller Berg

Harry Seelhoff

Kamp-Lintfort/Neukirchen-Vluyn.

Einen Ausblick auf die Arbeit im nächsten Jahr gab gestern die Bürgerinitiative ge­gen die Giftmülldeponie Eyller Berg (BI). Ein Anwalt für Umweltrecht prüft derzeit im Auftrag der BI und des in der Nähe der Deponie ansässigen Unternehmens UFP Deutschland, wie eine Einmessung des Eyller Berges durchgesetzt werden kann.

Falls, so BI-Vorstandssprecher Ulrich Blauert, der 1969er Höhenplan rechtsgültig sei und die Überhöhung durch eine Einmessung festgestellt würde, wäre die Deponie illegal und müsse sofort dicht gemacht werden. „Dies kann dazu führen, dass wir Strafanzeige gegen den Deponiebetreiber und die Bezirksregierung erstatten“, so Blauert. Der Aufsichtsbehörde traut die BI zudem nicht mehr über den Weg. „Die Bezirksregierung soll ih­re eigenen Verfehlungen in der Vergangenheit aufklären – wie sinnvoll ist das?“, fragt der BI-Sprecher.

Bürgerinitiative lässt Gutachten fertigen

Parallel zur Arbeit des Fachanwalts erstellte mit Dr. Walther Enßlin ein weiterer Experte ein Gutachten zur Giftmülldeponie. Es beschäftigt sich mit den Emissionen und ihren Folgen, mit der Belastung der Luft sowie des Bodens und der Pflanzen. Ulrich Blauert: „Es geht um die Frage: Kann das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz dem etwas entgegen setzen?“

In die Front der Gegner des Giftberges hatte sich auch die niederrheinische Ärzte- und Apotheker-Initiative eingereiht. Der Umweltmediziner Michael Lefknecht, so Blauert, rate dringend zu einer Begutachtung, die nicht durch ein Institut aus NRW durchgeführt werden dürfe. Zudem warne der Arzt vor voreiligen Messkampagnen. Man müsse erst feststellen, welche PCB’s auf der Deponie gelagert seien, bevor man nach ihnen suche. Die Routineuntersuchung schaue am Problem vorbei.

Quelle: WAZ, 30.12.2011