Stille Demo gegen den Giftberg

Der Kamp-Lintforter Lutz Malonek und der Moerser Künstler Pit Bohne gründeten einen Verein: Widerstand gegen Eyller Berg

Kamp-Lintfort. Als der Kamp-Lintforter Lutz Malonek, vielen bekannt als Kämpfer gegen die Giftmülldeponie Eyller Berg, vor einigen Tagen an der Installation „Stille Demo“ des Moerser Künstlers Pit Bohne vorbei kam und den Hinweis „Suche neuen Stellplatz“ sah, da kam er auf eine Idee. Kurz darauf saß Pit Bohne in seinem Wohnzimmer.

„Als wir zusammen saßen, kam mein Hausarzt Karl-Heinz Hartmann, vorbei und fragte: Ist das der Künstler Pit Bohne?“. Da waren es schon drei, und die restlichen Gründungsmitglieder des Vereins „Stille Demo“ waren ebenso schnell gefunden. Ziel des Vereins: Mit der gleichnamigen Installation aufmerksam machen auf die Umweltverschmutzung durch die Giftmülldeponie Eyller Berg.

Am Eyller Berg, so Bohne, kämen zwei Grundstücke für seine „Stille Demo“ in Betracht; eines sei ein Privatgrundstück, das andere im Besitz des Landesbetriebs Straßen NRW. „Ich benötige eine Fläche von 100 m² aufwärts“, so der Künstler. Wie genau die Stahlskulpturen auf ihren Betonsockeln aufgestellt werden könnten, das müsse man austüfteln.

Derzeit steht die „Stille Demo“ in Neukirchen-Vluyn. „Da stehen 15 Tonnen“, gibt Lutz Malonek zu bedenken. Daher muss der junge Verein zuerst einmal Spenden sammeln; etwa 3500 Euro koste es, die Installation von einem Standort zum nächsten zu verlagern. Vielleicht, so überlegt der Kamp-Lintforter, könne man eine Litfaßsäule als Werbefläche für Sponsoren in die Mitte stellen. Malonek: „Wir brauchen Startkapital.“

Was will der Verein bewirken? Die Menschen, die seit über 30 Jahren im Umfeld des Giftbergs leben, sollen in den Mittelpunkt gestellt, die Behörden aufgerüttelt werden. Und: „Die Politik soll hinter den Menschen stehen!“ Wie der Verein hinter der „Stillen Demo“.

Harry Seelhoff

WAZ/NRZ 01.03.2012 (Abschrift)