Höhenmessungen am Eyller Berg gelten als Verschlusssache

Die Bezirksregierung will der Stadt noch nicht einmal mitteilen, ob überhaupt gemessen wurde. Die Bürgerinitiative hält dies für ein „Gaunerstück"

Kamp-Lintfort. Mediation klingt eigentlich ganz nett: Man ist auf den Ausgleich widerstreitender Parteien bedacht und bedient sich einer Instanz, die zwischen beiden Seiten vermitteln soll. Das kann helfen, die Kuh vom Eis zu bringen.

In diesem Fall geht der Schuss aber nach hinten los: Erst mit Hilfe im besten Sinne des Wortes renitenter Menschen, die sich in der Bürgerinitiative gegen den Eyller Berg und die von ihm ausgehenden Gefahren zusammengeschlossen haben, wurde der Druck der Öffentlichkeit so stark, dass ein Mediationsverfahren eingeleitet wurde. In diesem sollte die Höhe der Mülldeponie gemessen werden, sollte festgestellt werden, ob noch abgelagert werden darf oder die genehmigte Höhe bereits überschritten ist.

Das sollte bis Ende März passieren. Doch beim Begehren, von der Bezirksregierung Auskunft darüber zu bekommen, holte sich die Stadt eine Abfuhr. „Uns wurden weder Ergebnisse mitgeteilt noch gesagt, ob überhaupt Messungen stattgefunden haben", erklärteder 1. Beigeordnete Christoph Müllmann. Ein rechtliche Handhabe gegen dieses Vorgehen sieht er nicht.

Für Ulrich Blauert, den Vorsitzenden der Initiative gegen den Giftberg, wäre das ein echtes „Gaunerstück". Sollte die Einmessung der Deponienicht die Voraussetzung, sondern Bestandteil der Mediation sein und somit der Öffentlichkeit verschwiegen werden, so sei dies ein Skandal. Die Initiative wolle dann eine Kampagne starten, die alle ihre bisherigen Aktivitäten in den Schatten stellt.

WAZ/NRZ 12.04.2012 (Abschrift)