Der Eyller Berg ruft

In Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn dürfte es jetzt eigentlich nur noch ein Wahlkampfthema geben: die Giftmülldeponie Eyller Berg. Wer sich hier von den Bürgern zum Landtagsabgeordneten wählen lassen will, der muss Farbe bekennen und gegen die Vertuschungsversuche vorgehen. Das Ergebnis der Deponie-Einmessung soll geheim gehalten werden? Damit dürfen weder Betreibergesellschaft noch Bezirksregierung durchkommen.

Der Umweltminister des Landes, Johannes Remmel, dem offenbar die Gülle sehr am Herzen liegt, hat beim Eyller Berg total versagt. Die Bürgerinitiative kämpft wie ein Löwe um die Aufklärung des Skandals, hat die Städte auf ihrer Seite – was nützt es, wenn der Umweltskandal in Kamp-Lintfort die Verantwortlichen in Düsseldorf einen Dreck kümmert? Die Weigerung der Bezirksregierung, der Stadt Kamp-Lintfort und somit den Bürgern das Einmessungsergebnis mitzuteilen, darf die Bürgerinitiative mit Recht als Gaunerstück bezeichnen. Ganz offensichtlich sollen hier schwere Fehler, soll ein Skandal vertuscht werden.

Wer sich als Landtagskandidat hier und heute nicht des Eyller Berges annimmt, der hat es nicht verdient, gewählt zu werden.

Harry Seelhoff, WAZ/NRZ 14.04.2012