Am 1. Mai: Demo gegen die Deponie Eyller Berg

VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 28.04.2012

Kamp-Lintfort (RP). Der 1. Mai ist traditionell der Tag, um auf die Straße zu gehen – das wollen auch die Gegner der Deponie Eyller Berg. Lutz Malonek hat einen Protestmarsch bei der Polizei angemeldet und genehmigt bekommen. "Ich rufe am 1. Mai alle Betroffenen des Eyller Berges aus Neukirchen-Vluyn, Rayen und Kamp-Lintfort zu einem Protestmarsch mit folgendem Motto auf: ,Alle Messdaten von der Bezirksregierung auf den Tisch, denn es geht uns alle an'", teilt Malonek mit. Treffpunkt ist um 11 Uhr die Ecke Eyller/Feldstraße. "Wir werden über die Eyller Straße bis hin zum Kreisverkehr der Bürgermeister-Schmelzing-Straße und wieder zurück zur Feldstraße ziehen. Fußgängergruppen, Autos und landwirtschaftliche Fahrzeuge mit themenbezogenen Spruchbändern sind dazu willkommen."

Am Eyller Berg findet am 1. Mai das Moto-Cross-Rennen mit vielen, auch internationalen, Teilnehmern statt. "Diese Gelegenheit müssen wir dazu nutzen, das Problem Giftberg durch die Besucher weiter ins Land tragen zu lassen", sagt Lutz Malonek. Er fordert genaue Messdaten von der Bezirksregierung. Die teilte gestern mit, dass es keine Grenzwertüberschreitungen beim Biomonitoring geben würde. Eine Bewertung der Ergebnisse der Biomonitoring-Untersuchungen durch den Gewerbearzt beim Landesinstituts für Arbeitsgestaltung des Landes (LIA NRW) zeige, dass für die überprüften Stoffe die Grenzwerte bei den Beschäftigten auf der Deponie Eyller Berg eingehalten werden, heißt es. Die Deponiebetreiberin hatte ihren Beschäftigten angeboten, ärztliche Untersuchungen durchzuführen.

Nach ersten Untersuchungen im Harn erfolgten nun auch Untersuchungen im Vollblut auf Blei, PCB sowie Dioxine und Furane, teilt die Bezirksregierung mit. "Aufgrund der vorgelegten Ergebnisse bestehen keine gesundheitliche Bedenken gegen eine Weiterbeschäftigung und auch kein Handlungsbedarf wegen zu hoher Gefahrstoffbelastungen", heißt es. Malonek hofft, dass sich viele Bürger dem Protestmarsch am 1. Mai um 11 Uhr anschließen werden. "Die Angst der Menschen darf nicht am Berg haften bleiben, sie muss ins Land hinaus getragen und in der Öffentlichkeit diskutiert werden."

28.04.2012

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