TÜV gibt Entwarnung

 

Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft nimmt zu Vorwürfen Stellung

Kamp-Lintfort. Dass sie die Sorgen der Bürger ernst nehme, betont die Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft in einem Schreiben. Sie weist darauf hin, dass die geplante Behandlungsanlage nur genehmigt werde, wenn keine schädlichen Einwirkungen für Umwelt und Gesundheit der Bürger davon ausgingen. Auch werde der Genehmigungsantrag in wenigen Monaten öffentlich ausgelegt. Dann hätten die Kritiker die Möglichkeit, Einwendungen gegen das Vorhaben geltend zu machen.

 

Zugleich nahm die Gesellschaft in einem Schreiben an die Stadt zu ihren Planungen Stellung. Danach habe sich der Antragsgegenstand gegenüber 1999 nicht verändert, sondern sei nur dem aktuellen Stand der Technik angepasst worden. Auch sei es bei der Prognose geblieben, dass mit der angestrebten Behandlungsanlage mindestens 20 000 Kubikmeter zusätzlicher Abfälle jährlich für eine beschleunigte Verfüllung der Sonderdeponie Eyller Berg gewinnbar seien.

 

Abgekapseltes System

 

Die Gesellschaft versichert, dass in die Anlage nur solche Stoffe kommen, deren Behandlung keine schädlichen Umwelteinwirkungen verursachen. Die Anlage ist als geschlossenes und abgekapseltes System vorgesehen. Einerseits habe der TÜV begutachtet, dass eine Freisetzung von gas- und staubförmigen Schadstoffen und die Entstehung belasteter Reinigungswässer nicht ganz auszuschließen sei. Andererseits geht der Überwachungsverein davon aus, dass die vorgesehenen Maßnahmen ausreichen, um Umweltschäden zu vermeiden.

Und kontaminierte Reinigungswässer ließen sich über die Sickerwasserbehandlungsanlage der Deponie oder eine öffentliche Kläranlage entsorgen. Nicht zuletzt versichern die Gesellschafter, dass eine Behandlung brand- und explosionsgefährdender Stoffe wie Chrom-VI ausgeschlossen sei. Zudem treten sie dem Eindruck entgegen, dass am Eyller Berg eine Pilotanlage entsteht. "Bei der Anlagentechnik handelt es sich um bewährte Verfahren, die von einer Vielzahl von Unternehmen in Deutschland bereits seit Jahren praktiziert werden." erp.

 

WAZ/NRZ 8.7.09

 

 

TÜV Süd gibt keine komplette Entwarnung

 

Kamp-Lintfort. Ob es sich bei der von der Eyller-Berg Abfallbeseitigungsgesellschaft beantragten Sondermüll-Behandlungsanlage um ein Pilotprojekt oder hinreichend erprobte Technik handelt, vermag der TÜV Süd nicht zu sagen. „Wir haben reine Abschätzungen zu den zu erwartenden Auswirkungen auf die Umwelt vorgenommen", sagt Dr. Thomas Oberst, Sprecher des Überwachungsvereins.

 

Im Auftrag der EBA erstellte der TÜV insgesamt drei Gutachten. Dabei ging es, so Oberst, um Luftreinhaltung, Umweltverträglichkeit und die schalltechnischen Auswirkungen des umstrittenen Vorhabens. In allen drei Fällen gelangten die Gutachter zu der Einschätzung, dass das Projekt bei Berücksichtigung der vom TÜV empfohlenen Verbesserungs- und Intensivierungsmaßnahmen keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt erwarten lasse.

 

Maßnahmen empfohlen

 

Zugleich machte Dr. Thomas Oberst deutlich, dass der TÜV natürlich noch nicht wisse, welche der angeregten Maßnahmen von der Aufsichtsbehörde übernommen werden. In seinem Gutachten macht der TÜV allerdings auch deutlich, dass bei Schlussabnahme oder im weiteren Betriebsablauf Nachbesserungen notwendig werden könnten, „um einer deutlich sichtbaren oder erkennbaren Freisetzung von Stäuben oder anderen Schad- und Geruchsstoffen, die auf den Betrieb der Anlage zurückzuführen sind, entgegenzuwirken".

Auch an anderer Stelle heißt es, dass sich die Wirksamkeit der emissions- und staubmindernden Maßnahmen erst nach Inbetriebnahme der geplanten Anlage abschließend beurteilen lasse. Die EBA hat für die Anlage eine Jahreskapazität von 50 000 Tonnen und eine tägliche Bearbeitungsmenge von 250 Tonnen vorgesehen. erp.

 

 

WAZ/NRZ 16.7.09 (Abschrift)