Erneute Demonstration gegen den Eyller Berg


Der Bürgerprotest an der Skulpturengruppe „Stille Demo“ war alles andere als stumm. Die Plakate sollen sich bis in die Innenstadt ziehen.

Bürger scharten sich um die Skulpturen und äußerten lautstarken Protest. Derweil ist die Auslegungsfrist abgelaufen, in der Bürger Einwände gegen die chemisch-physikalischen Abfallbehandlungsanlage machen konnten.

„Wenn Du Kamp-Lintforter bist, dann unterstütze uns!“ Mit diesen Worten rief Lutz Malonek gestern zum Protest gegen die Giftmülldeponie Eyller Berg auf – lautstarker Protest an der „Stillen Demo“. Eine Plakataktion soll das Problem „weiter in unsere Stadt tragen“.

Derweil ist die Auslegungsfrist abgelaufen, in der Bürger Einwände gegen die von der Firma Ossendot Umweltschutz GmbH auf dem Eyller Berg geplanten chemisch-physikalischen Abfallbehandlungsanlage machen konnten.

70 Bürger waren im Rathaus.

Die Unterlagen konnten im Rathaus eingesehen werden. Beigeordneter Martin Notthoff: „70 Bürger waren da und haben Einsicht genommen. Aber nur zwei haben auch Einwände gemacht.“ Das habe ihn überrascht.

Der Redaktion liegt die Ablehnung einer Einwendung durch die Bezirksregierung Düsseldorf – als Genehmigungsbehörde zuständig für die Abfallbehandlungsanlage – vor. Der Beschwerdeführer, heißt es, beziehe sich in seiner Kritik ausschließlich auf die bestehende Giftmülldeponie, nicht auf die geplante Behandlungsanlage. Daher könne sie nicht bei der Anhörung am 28. August behandelt werden. Solche Antworten der Bezirksregierung, erklärt Ulrich Blauert, Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen die Giftmülldeponie, habe er erwartet.

 


Bürgerinitiative ist mit dabei

„Man kann zwar seinen Ärger loslassen, aber die Anlage ist nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz beantragt“, erklärt Blauert. Was bedeute, dass – sofern die Anlage der gesetzlichen Vorgabe entspricht – diese genehmigt werden muss. Da nütze es nichts, gegen die Zustände auf dem Eyller Berg zu wettern. Die Bürgerinitiative habe ihre Einwendung ausschließlich auf die Abfallbehandlungsanlage bezogen und daher eine Eingangsbestätigung, aber keine Ablehnung erhalten.

Auf Anfrage der Redaktion teilte die Bezirksregierung gestern mit, dass in dem Verfahren zur chemisch-physikalischen Behandlungsanlage am Eyller Berg 47 Einwendungen von 97 Personen und eine Einwendung vom BUND eingegangen seien. „Bisher wurde eine Einwendung von einer Person aus inhaltlichen Gründen sowie eine Einwendung, die von 26 Personen unterschrieben worden ist, wegen Verfristung nicht zugelassen“, so eine Sprecherin. „Insgesamt ist die Auswertung der Einwendungen aber noch nicht abgeschlossen.“ Abschließende Zahlen könnten voraussichtlich Ende der nächsten Woche genannt werden.

Lutz Maloneks Plakataktion soll das Thema bis in die Innenstadt Kamp-Lintforts tragen. Kinder sind aufgerufen, den Eyller Berg so zu malen, wie sie sich ihn vorstellen und wie er nach der Rekultivierung ausschauen soll – sehr grün und in die Landschaft passend.

Harry Seelhoff

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-moers-kamp-lintfort-neukirchen-vluyn-rheurdt-und-issum/erneute-demonstration-gegen-den-eyller-berg-id6957381.html