Alte Deponie belastet das Grundwasser

Auch im Umfeld der ehemaligen Kokerei der Zeche Friedrich-Heinrich gibt es einen Warnbereich. Nachteile für Brunnenbesitzer

Kamp-Lintfort. Nicht nur in Kamp-Lintfort sorgt derzeit der Eyller Berg reichlich für Gesprächsstoff. Dabei ist auch von Grundwasserbelastungen die Rede, die nicht von der Hand zu weisen sind. Diese gehen allerdings nicht von der Sonderdeponie aus, sondern vom älteren Teil des Müllberges, dort, wo der Unrat aus der Bergbaustadt abgekippt worden war und sich auch der Bergbau eines Teils seines Bergematerials entledigen durfte. Das macht Lothar Steinberg deutlich. Der Geologe der Lineg spricht von Auffälligkeiten im Grundwasser im nördlichen Bereich bis in Höhe der Eyller-Berg-Straße. Hier wurden, so der Fachmann, geringe organische Belastungen festgestellt. Um welche Stoffe es sich dabei im einzelnen handelt, das wurde bislang allerdings nicht genauer untersucht. Denn die betroffenen Anlieger der Deponie erhielten - als Folge der entdeckten Belastungen - Anschluss ans allgemeine Trinkwassernetz.

 

Die Lineg hatte aber, woran Steinberg erinnert, nicht nur vom Genuss des kontaminierten Brunnenwassers abgeraten, sondern auch dazu, es nicht weiter als Gießwasser in Nutzgärten zu verwenden. Der Geologe unterstreicht, dass die Sonderdeponie - ganz im Gegensatz zum älteren Teil des Berges - über eine reguläre Basisabdichtung verfügt. Zugleich macht er darauf aufmerksam, dass sich nicht nur der Hausmüll, sondern auch das Bergematerial im Grundwasser bemerkbar macht.

Regen spült Salze aus dem schwarzen Abfall und durch eine Lücke in der bindigen Schicht im Untergrund gelangen sie, wie der Geologe schildert, von der oberen in die untere Grundwasser-Etage.

Grundwasser-Warnbereiche gibt's in Lintfort nicht nur im Bereich Pusenhof/Kiebitzweg/Eyller-Berg-Straße, sondern auch im Umfeld der ehemaligen Kokerei des Bergwerks Friedrich-Heinrich. Dabei gehe es, wie Lothar Steinberg erklärt, teils um Stoffe aus Reinigungen und Werkstätten. Diese Grundwasser-Warnbereiche gebe die Stadtverwaltung auch regelmäßig im Abfallkalender an.        erp.

1.7.09 WAZ/NRZ (Abschrift)