Krebserregendes am Eyller Berg

eyll1

Der Landschaftsplan legt für den Eyller Berg verbindlich fest: Herrichtung eines Waldes zum Zwecke der Erholung. Aber vorher Behandlung giftiger Stäube?      Foto: Olaf Fuhrmann

Kreis Wesel will keine chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage. Es gebe gas- und staubförmige Immissionen

Harry Seelhoff

Kamp-Lintfort. Wenn die Deponierung von Abfall am Eyller Berg beendet ist, dann ist im Landschaftsplan des Kreises Wesel klar geregelt, was geschehen soll: Auf dem Eyller Berg soll ein Wald entstehen, das Gebiet soll der Erholung der Menschen dienen. Der Bau einer „chemisch-physikalischen Abfallbehandlungsanlage" würde diesem Ziel wohl nicht dienen. Daher hat der Kreis nach NRZ-Informationen grundsätzliche Bedenken hinsichtlich der Zulässigkeit einer solchen Anlage.

Die Betreibergesellschaft der Mülldeponie, die EyllerBerg-Abfallbeseitigungsgesellschaft, schloss jedoch bereits Anfang 2002 einen Vertrag mit der Stadt Kamp-Lintfort. Und in dem stimmte die Stadt der Abfallbehandlungsanlage zu.

Rekultivierung gegen wirtschaftliche Interessen

Wörtlich: „Insbesondere erfasst die Zustimmung der Stadt: ...die Errichtung und den Betrieb einer Abfallbehandlungsanlage...", für die die Eyller-Berg-Abfallbeseitigungsgesellschaft bei der Bezirksregierung Düsseldorf ein Genehmigungsverfahren betreibe. Im Sommer letzten Jahres fand bei der Bezirksregierung dann ein Besprechungstermin statt.

Dort war von „erheblichen arbeitsschutzrechtlichen Bedenken" die Rede, da die Abfallbehandlung in einer Halle stattfinden solle und es sich um krebserregende Stoffe, zum Beispiel PAK's, ChromVI-Verbindungen und Benzol handele. Klärungsbedarf gab es auch beim möglicherweise mit Stäuben belasteten Regenwasser, das von Dächern in die Kleine Gorley gelangen kann.

Nach NRZ-Informationen dürfte eine „chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage" außerdem nur auf dem Eyller Berg gebaut werden wenn sie ausschließlich der Deponie dient und eine Rekultivierung nicht behindert.

Das „Wohlverhalten" als beiderseitige Verpflichtung

Eine andere Anlage wäre gar nicht zulässig. Jedoch heißt es in Paragraph 12 des Vertrages zwischen Stadt und Deponiebetreiber: „Die Vertragsparteien verpflichten sich bei allen den Eyller Berg betreffenden Fragen zu gegenseitigem Wohlverhalten, um einvernehmliche Lösungen zu erreichen."

GIFTIGE VERBINDUNG Wasser ist gefährdet

Beispiel Chrom-VI: Schädlich für die Umwelt. Langzeitschäden bei Wasserorganismen, stark wassergefährdend. Unter www.gifte.de ist zu lesen: Bereits bei einer Temperatur von 20° kommt es schnell zu einer toxischen Kontamination der Luft.

13.6.09 NRZ/WAZ (Abschrift)