Ein deutliches Zeichen


Am Samstag 10.11.2012 fand eine Demo in der Innenstadt gegen den Eyller Berg statt. Lutz Malonek hielt die Anfangsrede, dann folgte Pastor Rieger.
300 Bürger haben am Samstag für die sofortige Schließung der Giftmüll-Deponie Eyller Berg demonstriert. Viel und gern zitiert wurde hier NRW-Umweltminister Johannes Remmel, der vor drei Wochen in Kamp-Lintfort gesagt hatte, die Deponie wäre voll und müsse schnell wie möglich zu geschlossen werden.
Organisator Lutz Malonek von der „Interessengemeinschaft Endlager Mensch“ begrüßte kurz die Teilnehmer und übergab das Wort an Pastor Josef Rieger. Der sprach über die Berge Kamp-Lintforts: „Es gibt welche, von denen geht Segen aus. Da ist der Kamper Berg mit dem Kloster und die Halde Pattberg mit ihrem wunderschönen Ausblick.“ Kein Segen ginge allerdings vom Eyller Berg aus, der die Anwohner bedrohe. Rieger dankte der Initiative für ihren Einsatz und sprach für die Muslime und Christen der Stadt: „Wir stehen an der Seite der Giftgegner. Und wo sich so viele Menschen engagieren, kann man nicht mehr wegschauen.“
Vom Prinzenplatz zog die Demonstration mit Trillerpfeifen und Sprechchören unter Polizeigeleit durch die Fußgängerzone bis zum Verkehrspavillon am Einkaufszentrum, wo die Abschlussreden gehalten wurden. Lutz Malonek stellte deutlich klar: „Man hat mir gerichtlich verboten, einige Dinge zu sagen. Aber Demonstrationen zu organisieren, das kann man mir nicht verbieten.“

Der erste Beigeordnete Christoph Müllmann begrüßte die Demonstranten: „Wir werden immer mehr. Und das ist gut so!“ Statt weiteren Wachstums forderte er die sofortige Schließung der Deponie. Die Bezirksregierung wolle hier ohne Mitsprache der Kommunen Kompromisse eingehen. Ein Erfolg sei Minister Remmels Feststellung: „Die Deponie ist voll.“

Der Neukirchen-Vluyner Bürgermeister Harald Lenßen kam gern zum Termin und freute sich über die gute Beteiligung. „Skandalös“ empfand er die jahrelange fehlende Überwachung der Deponie. Man müsse ein deutliches Zeichen setzen, dass mit Bürgern nicht so umgesprungen werden dürfe. Gekommen waren alte und junge Leute, Familien genauso wie Rentner. Dass die Leute vor Ort sich wehren, begrüßte auch Kamp-Lintforter Horst Umlauf: „Wenigstens sind die vereinbarten Grenzen einzuhalten.“ Die Arbeitsplatzkarte will er nicht gelten lassen. „Das ist zu platt!“ Und Melanie Müller erklärte: „Wir sind Ur-Demonstranten“, so die erste Vorsitzende der Freien Bürgergemeinschaft Kamp-Lintfort. Schließlich sei die FBG seinerzeit von Heinrich Cichosz auch aus Gründen des Widerstands gegen die Deponie Eyller Berg gegründet worden.

„Voll zufrieden“, zeigte sich Lutz Malonek am Ende der Demonstration, die aber auch viel Arbeit gewesen wäre. Wichtig sein nun, den Minister beim Wort zu nehmen.

Holger Müller
Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-moers-kamp-lintfort-neukirchen-vluyn-rheurdt-und-issum/ein-deutliches-zeichen-id7281099.html