„Umweltschutz repariert“

Eyller Berg: Grünen-Experte war vor Ort

Kamp-Lintfort. Ein Symbol für den Widerspruch im Verhältnis von Wirtschaft und Umweltschutz nannte Hans Christian Markert, umweltpolitischer Sprecher Der Grünen-Landtagsfraktion, die „schmutzige“ Mülldeponie Eyller Berg am Dienstag bei seinem Besuch in Kamp-Lintfort. „Erst wird immer was kaputtgemacht, dann kommt der Umweltschutz und repariert.“ Man müsse über Kreisläufe, Wiederverwertung nachdenken, dann brauche man auch weniger Deponien.

Immer wenn er solche Einrichtungen besuche, habe er den Eindruck von wenig Transparenz. „Man hat immer das Gefühl, dass man begleitet, beobachtet wird.“ Speziell im Bericht Abfall gebe es teils „mafiöse Strukturen“, so Markert. Dennoch müsse man darüber diskutieren, ob es sinnvoll sei, mit der Betreiberfirma des Eyller Bergs in eine Diskussion zu kommen.

Klares Ziel auch von ihm sei es: „Wir müssen auf ein Ende der Verfüllung hinarbeiten. Die Sorge, dass die Geschichte nicht endet, ist da.“ Zwar wolle er den anhängigen Gerichtsverfahren nicht vorgreifen, aber er hoffe auf eine Bestätigung der 69-Meter-Höhenlinie, damit die Deponie geschlossen werde.

In Sachen Renaturierung setzt Markert darauf, dass sich „der durch den Betrieb wirtschaftlich Begünstigte seiner Verantwortung stellt. Ein Konkurs der Betreiberfirma wäre der schlimmste denkbare Fall.“ Auch für die hohe Zahl kranker Menschen im Umkreis der Deponie müsse es einen Grund geben. „Deren Sorgen und Ängste muss die Politik ernst nehmen.“

Auch bei der Frage der Standsicherheit bezog er Stellung. „Ich habe Risse im Boden gesehen. Und es gab schon Fälle, in denen Deponien bei Starkregen komplett abgerutscht sind.“ Dennoch sei man an geltendes Recht gebunden, was die Genehmigung der beantragten Abfallbehandlungsanlage betreffe. „Es gibt eine so genannte gebundene Entscheidung. Wenn der Kriterienkatalog erfüllt ist, muss eine Genehmigung erteilt werden.“ WFK

Quelle: WAZ 14.11.2012