Mahnmal gegen die Mülldeponie

Selbst Karl Josef Rieger, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Josef, zeigte am Montagvormittag Flagge, als an der Eyller Straße ein zweieinhalb Meter hohes und eineinhalb Meter breites Holzkreuz als Mahnmal gegen die Mülldeponie Eyller Berg aufgestellt wurde. Die Idee einiger Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Endlager Mensch, darauf einen Menschen zu tragen, quittierte er allerdings nur mit einem schmalen Lächeln.

Dennoch ist Rieger ein entschiedener Gegner der Deponie. „Ich bekomme den Gestank von der Deponie mit, wenn ich Messen in der Eyller Kirche halte. Alle Menschen im Umkreis der Deponie sind von ihr betroffen. In der Kirche wurde deswegen schon eine Madonnenstatue aufgestellt. Und ich habe es noch nie bisher erlebt, dass ich, wenn ich eindeutig Position für eine Sache bezogen habe, keinen Widerspruch bekommen habe. Normalerweise gibt es immer jemanden, der anderer Meinung ist. Aber in Eyll/Rayen ist das nicht der Fall.“

Lutz Malonek, Gründer der IG, möchte mit dieser Aktion darauf hinweisen, dass weder der zuständige Landesumweltminister Johannes Remmel noch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf die knapp 20 Fragen geantwortet haben, die die IG an die Landesregierung gestellt haben. „Wir werden nur vertröstet, das ist ein Spiel auf Zeit“, ärgerte er sich im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Firma Ossendot, Betreiberin der Deponie „schüttet immer weiter auf“, kritisierte Malonek. „Die so genannte Schnur der Zusammenarbeit, die Remmel bei seinem Besuch im Rathaus gelegt hat, funktioniert nicht.“ „Wir wollen Taten sehen“, steht auf einem der Zettel am schwarzen Holzkreuz.

Das steht jetzt seit Montagvormittag neben der stillen Demo am Rande der Eyller Straße, kurz unterhalb der Deponie. Mehrere Menschen trugen das Kreuz dorthin, deponierten es in einem Fundament innerhalb eines mit Beton gefüllten schwarzen Speiskübels.

Malonek ist sicher, dass der Protest Erfolge zeigen wird. „2013 wird unser Jahr. Diese Verzögerungen müssen endlich aufhören. Bislang wurde sehr viel versprochen, aber nichts gehalten.“ Allerdings gehe er davon aus, dass man den Kampf gegen die Deponie gewinnen werde. „Das Kreuz soll ein Mahnmal dafür sein!“

Und es soll nicht nur an der Eyller Straße stehen bleiben. „Wir werden es vor den Landtag in Düsseldorf tragen – und wenn es sein muss, auch vor das Oberverwaltungsgericht in Münster. Wir wollen in diesem Jahr eine politische Entscheidung!“

Wolfgang Krause

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-moers-kamp-lintfort-neukirchen-vluyn-rheurdt-und-issum/mahnmal-gegen-die-muelldeponie-id7458290.html