Bürger tragen Kreuz nach Düsseldorf

VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 12.02.2013

Kamp-Lintfort (RP). Die Interessengemeinschaft "Endlager Mensch" engagiert sich seit einem Jahr für die Schließung der Mülldeponie Eyller Berg. Lutz Malonek und seine Mitstreiter planen einen mehrtägigen Protestzug von Kamp-Lintfort nach Düsseldorf.

Vor einem Jahr hat Lutz Malonek in Kamp-Lintfort die Interessengemeinschaft "Endlager Mensch" gegründet: "Durch unsere Initiative hat sich viel bewegt. Wir haben das Thema Eyller Berg auf die Straße getragen", betont der Kamp-Lintforter und erinnert an die Demonstrationen im Mai, August und November. "Es wird immer unser Bestreben sein, im Kampf gegen die Toxine Menschen, Tiere und die Natur in den Mittelpunkt zu stellen", teilte Malonek gestern anlässlich des einjährigen Bestehens mit. Inzwischen arbeitet die Interessengemeinschaft mit einem Umweltmediziner zusammen, der für die Initiative den Nachweis erbringen soll, wie sehr die Menschen, die am Fuße des Eyller Berges leben, durch die Deponie mit Schwermetallen belastet worden seien. In Zusammenarbeit mit dem Umweltmediziner seien Vorträge in Planung, die über Schwermetalle und deren Gefahren informieren. "Wir fühlen uns von der Kamp-Lintforter Stadtspitze unterstützt.

Sie steht hinter uns", sagt Malonek und freut sich über den Zuspruch vieler Politiker. Für die nächsten Tage ist ein Treffen mit dem Europa-Abgeordneten Karl-Heinz Florenz geplant. "Durch die Teilnahme am Umweltausschuss in Düsseldorf konnten wir außerdem viele Kontakte zu Landespolitikern aufbauen", betont Malonek. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, das Thema in der Öffentlichkeit präsent zu halten. Für Mitte März organisiert er eine mehrtägige Aktion. Nachdem die Interessengemeinschaft im Januar ein schwarzes Kreuz an der Eyller-Berg-Straße aufgestellt hatte, soll es im Rahmen der Aktion von Kamp-Lintfort aus in mehrere Städte am linken Niederrhein getragen werden. Der Höhepunkt des "Kreuzwegs" ist für Samstag, 16. März, vorgesehen. Dann soll es vor dem Düsseldorfer Landtag aufgestellt werden. "Ein Unternehmen hat zugesagt, uns einen Pritschenwagen zur Verfügung zu stellen", berichtet Malonek. Auftakt ist am Dienstag, 12. März. In der Zeit zwischen 10 und 13 Uhr soll auf dem "Großen Markt" in Rheinberg eine Kundgebung stattfinden. Das Kreuz wird dann von der Gelder Straße in die Innenstadt getragen. Danach werde es den Heimweg zum Prinzenplatz in Kamp-Lintfort antreten. Für Mittwoch, 13. März, ist geplant, das Kreuz am Einkaufszentrum EK 3 in Kamp-Lintfort aufzustellen. "Den Neukirchen-Vluyner Ortsteil Rayen werden wir an diesem Tag von Kamp-Lintfort aus über die Friedrich-Heinrich-Allee gegen 13 Uhr erreichen. Vom Ortseingang tragen wir das Kreuz über die Geldernsche zur Eyller Straße", so der Sprecher.

 

Weiter geht es am Donnerstag, 14. März. Dann macht das Kreuz zwischen 10 und 11.30 Uhr Station auf dem Leineweberplatz in Vluyn, anschließend geht es zur Dorfkirche an der Lindenstraße nach Neukirchen. Am selben Tag soll es zwischen 13.30 und 15 Uhr durch die Steinstraße in Moers getragen werden. Die letzte Etappe des "Kreuzweges" ist für Samstag, 16. März, vorgesehen: Ab der Oberkasseler Brücke in Düsseldorf werden viele Kamp-Lintforter das Kreuz öffentlichkeitswirksam auf der Rheinuferpromenade in der Altstadt bis zum Landtag tragen. Malonek: "Wir wollen das Kreuz auf der Wiese vor dem Eingang als Zeichen des Protests aufstellen. Dort soll es während der Plenarwoche stehenbleiben." Eine Genehmigung gibt's dafür allerdings noch nicht.

Die Initiative hat zehn feste Mitstreiter

Wann: Die Interessengemeinschaft wurde im Februar 2012 ins Leben gerufen.

Wer: Die Initiative hat 38 Mitstreiter. Sie finanziert sich ausschließlich durch Spenden.

URL: http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/moers/nachrichten/buerger-tragen-kreuz-nach-duesseldorf-1.3188197