Eyller Berg: Müll mal vier

Dass die Mülldeponie Eyller Berg seit langem kritisch beäugt wird, ist nichts Neues. Neu ist allerdings, dass dort seit einiger Zeit in vierfacher Geschwindigkeit Müll angeliefert wird.

Noch voller?

Menschen, die sich intensiv mit der Deponie beschäftigen, informierten die Redaktion darüber, dass immer mehr Lkw Abfall dorthin transportieren. Und das bereitet ihnen die Sorge, dass der Müllabladeplatz, der ihrer Einschätzung nach ohnehin schon mehr als überfüllt ist, noch voller wird.

Bürgermeister Christoph Landscheidt bestätigte im Gespräch mit unserer Zeitung die Beobachtungen der Informanten. „Früher war es ein Lkw pro Stunde, im Moment sind es vier in derselben Zeit.“ Das habe ihm die so genannte Deponieaufsicht bestätigt. „Dort liegt mittlerweile auch schon eine Anzeige in dieser Angelegenheit vor“, so Landscheidt.

 

Allerdings sei die Zahl der Lkw-Anlieferungen nicht begrenzt. Auch die Staubentwicklung durch den verstärkten Mülltransport sei im genehmigten Bereich. Aber, so Landscheidt: „Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig eine Entscheidung ist.“ Und die besteht für die Stadt nach wie vor darin. die Deponie sofort zu schließen, weil das genehmigte Volumen erreicht sei.

Otto Sartorius vom Naturschutzbund in Kamp-Lintfort hat in diesem Zusammenhang folgende Fragen: „Hat man das noch verfügbare Restvolumen festgestellt? Hat man den Berg mittlerweile exakt eingemessen, ob die zulässige Höhenlinie nicht bereits schon überschritten ist? Hat man dabei auch die nach Befüllung der Deponie aufzutragende Kulturbodenschicht mit berücksichtigt?“

„Rückbau zu gefährlich“

Sartorius befürchtet einen faulen Kompromiss. „Die Überhöhungen bleiben bestehen, weil ein Rückbau wegen der dadurch entstehenden Staubbelastungen viel zu gefährlich ist. Und dann hat die Betreibergesellschaft gewonnen!“

Wolfgang Krause

 

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-moers-kamp-lintfort-neukirchen-vluyn-rheurdt-und-issum/eyller-berg-muell-mal-vier-id7615095.html