Deponiegegner fragen sich: Ist der Eyller Berg noch dicht?

Am Donnerstag geht es unter anderem um die Abdichtung der Deponie

Von Harry Seelhoff

Kamp-Lintfort. Die nächste Umweltausschusssitzung am Donnerstag, 28. Februar, verspricht spannend zu werden. Zentraler Punkt ist die Giftmülldeponie Eyller Berg und eine Kurzexpertise zu deren Standsicherheit und Abdichtung. Bürgermeister Christoph Landscheidt: „Bei Verdacht auf Schäden muss man dem nachgehen. Die Frage ist: Reichen die Erkenntnisse für die Bezirksregierung aus?"

Otto Sartorius, Ex-Grüner und seit Jahrzehnten nimmermüder Kämpfer gegen die Giftmülldeponie, verweist auf einen Antrag der Grünen aus März 1999, mit dem folgender Punkt auf die Tagesordnung der Umweltausschusssitzung gesetzt werden sollte: „Bergschäden im südöstlichen Teil des Eyller Berges/ der Eyller-Berg-Straße und nördlich des Rayener Berges/ Honigshuck". Zudem hatten die Grünen einen Fragenkatalog eingereicht, in dem unter anderem folgende Frage beantwortet werden sollte: „Wie werden die technischen Einrichtungen an der Basis der Sonderabfalldeponie überwacht?" Gemeint waren das Sickerwasser und die Basisabdichtung.

„Das ist ein dicker Hund"

Was damals nicht auffiel: Die Antwort stammte weder von der Stadt noch von den Aufsichtsbehörden, sondern - vom Deponiebetreiber. Sartorius: „Das ist ein dicker Hund."

Was die Aussicht auf eine schnelle Deponieschließung angeht, so zeigt sich der Umweltaktivist skeptisch: „Wir leben in einem Rechtsstaat und nicht in einer Diktatur. Es ist offensichtlich so, dass seit Bestehen der Sondermülldeponie solche Genehmigungen und Teilgenehmigungen erteilt wurden, dass auf rechtlichem Wege den Herren Ossendot nicht beizukommen ist." Ebenso offensichtlich sei es, dass die Eyller Berg-Abfallgesellschaft (EBA) sich mittlerweile an die von der Bezirksregierung erlassenen Auflagen halte.

Also schlechte Karten für die Kamp-Lintforter? Otto Sartorius: „Was könnte Bürgermeister Landscheidt tun? Vielleicht ergibt sich durch teilweise Nichterfüllung des Vertrages zwischen der EBA und der Stadt aus 2002 durch die EBA ja eine Klagemöglichkeit."

Von der Sitzung am Donnerstag erwartet sich Thomas Reif, Fraktionsvorsitzender der FBG, mit der Expertise des Sachverständigen für Bodenkunde Dr. Klaus Becker einen „brisanten Beitrag". In diesem wird festgestellt, dass sich im östlichen Deponie-Altteil bis zum Jahr 2000 Bruchlinien gebildet haben - die mit großer Wahrscheinlichkeit die Basisabdichtung beschädigt hätten.

WAZ/NRZ 27.02.2013 (Abschrift)