Eyller Berg: "Kreuzzug" nach Düsseldorf

VON SABINE HANNEMANN

Kamp-Lintfort (RP). Heute startet die "Interessengemeinschaft Endlager Mensch" ihren Marsch gen Düsseldorf. Station machen die Aktivisten gegen die Eyller Deponie zunächst in Nachbarkommunen wie Rheinberg, Neukirchen-Vluyn und Moers.

Den Mitgliedern der "Interessengemeinschaft Endlager Mensch" ist es bitterernst. Sie machen mobil und wollen mit einer sogenannten "Stillen Demo" auf die Situation auf dem Eyller Berg aufmerksam machen. "Man muss erfinderisch sein, damit viele Menschen davon erfahren. Wir wollen endlich Taten sehen", sagt Lutz Malonek, der, wie die Anwohner auch, erst dann Ruhe geben will, wenn über die Schließung der Deponie von der Landesregierung entschieden wird.

Laut Bezirksregierung Düsseldorf kann der Betrieb der Deponie untersagt werden, wenn es um den Schutz der Allgemeinheit geht, eine Gefahr mit anderen Mitteln technischer und organisatorischer Art nicht mehr abgewendet werden kann, so die Formulierung, auf die sich Lutz Malonek und seine Mitstreiter berufen.

Ziel des Kreuzweges ist am Samstag, 16. März, die Landeshauptstadt Düsseldorf, wo um 14 Uhr das Kreuz am Landtag aufgestellt werden soll. In der Plenarwoche vom 20. bis 22. März wollen die Vertreter der Interessengemeinschaft "Umweltminister Remmel die Ergebnisse einer Schwermetallmessung übergeben", sagt Malonek. Ein Umweltmediziner hat eine Untersuchungsreihe angelegt, die die Interessengemeinschaft in Auftrag gegeben hatte.

"Die Ergebnisse sind haarsträubend", verrät Malonek schon jetzt. Blei- und Alu-Werte in der Umwelt seien stark erhöht, ebenso wie die Laborwerte der Anwohner. "Wir sehen Menschen in unserer Region in Gefahr." Betroffenheit spürt auch Pfarrer Rieger, der die Aktion in seinem Pfarrgebiet begleitet. Nicht nur anhand der Fürbitten bei den Messen. Der Kreuzweg nach Düsseldorf beginnt am heutigen Dienstag. In den umliegenden Städten will man auf die Aktion aufmerksam machen, das Gespräch mit der Bevölkerung suchen und über Wege zur Schließung der Eyller Deponie sprechen.

Auf dem Weg nach Düsseldorf wollen die Deponiegegner am Samstag auch durch Meerbusch-Osterath ziehen, dort, wo die Betreiber leben. Die wiederum sollen mit einem mehrseitigen Schreiben über ihre Anwälte bei der Stadt Neuss versucht haben, eine derartige Aktion zu verbieten, berichtet Malonek und fügt hinzu: "Die Polizei weiß von unserer Aktion, kann bei dieser Form der stillen Demo wenig ausrichten."

Um auf sich optisch aufmerksam zu machen, ziehen die IG-Vertreter am Samstag beim Marsch von der Oberkassler Brücke zum Landtag einen Bollerwagen hinter sich her, auf dem ein großes schwarzes Kreuz aufgebaut ist. Wunsch ist, das gesamte Wochenende mit diesem Mahnmal in der Nähe der Bannmeile positioniert zu sein.

 

Die Etappen

Informationen in den Nachbarstädten

Wo Bei ihrem Zug durch die Nachbarstädte setzt die Interessengemeinschaft auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Sie informiert in Rheinberg, heute, 12. März, in der Innenstadt, 10 bis 13 Uhr; Kamp-Lintfort, Prinzenplatz, ab 13.30 Uhr; Mittwoch, 13. März, Kamp-Lintfort EK3 Platz, 10 bis 13 Uhr, Zug durch Rayen, 13 bis 14.30 Uhr; Donnerstag, 14. März, Neukirchen-Vluyn, 10 bis 13 Uhr, Moerser Innenstadt, 13.30 bis 15Uhr; Kamp-Lintfort, Südstraße 15.März, 14 bis 15.30 Uhr. Wie Für den Weg nach Düsseldorf am Samstag steht ein Bus zur Verfügung. Plätze können bei Lutz Malonek unter der Telefonnummer 0175 7747813 oder 02842 8400 reserviert werden.

Quelle: http://www.rp-online.de/niederrhein-nord/moers/nachrichten/eyller-berg-kreuzzug-nach-duesseldorf-1.3250196