Das Kreuz mit der Deponie

Protest gegen die Mülldeponie Kamp-Lintfort in Rheinberg. Die Demonstranten befürchten, das giftiger Staub von der Deponie Eyller Berg auch nach Rheinberg weht.Foto: Markus Weißenfels

Bürgerinitiativen kämpfen gegen den Eyller Berg. Sie hoffen auf Unterstützung

Immerhin, mit einem Rheinberger haben sie gesprochen. Und das war nicht irgendein Bürger dieser Stadt, sondern gleich der Bürgermeister. Der schaute gestern bei Peter Rzempowski und seinen Mitstreitern vorbei, die auf dem Rheinberger Marktplatz über die Mülldeponie Eyller Berg informieren wollten. Eine Station von mehreren, die beiden Bürgerinitiativen, die gegen die Deponie in Kamp-Lintfort kämpfen, sind auf einem Kreuzzug. Bewaffnet mit einem großen schwarzen Kreuz ziehen Mitglieder der Interessengemeinschaft Endlager Mensch und der Bürgerinitiative Giftberg durch Kamp-Lintforts Nachbarstädte. Der Kreuzweg endet am 16. März in Düsseldorf, dort soll das Kreuz vor dem Landtag aufgestellt werden.

„Kamp-Lintfort wehrt sich“ ist ein Slogan, der immer wieder auftaucht. Und warum wehrt sich Kamp-Lintfort in Rheinberg? Eine Frage, auf die Peter Rzempowski eine schlüssige Antwort hat. „Aus der Sahara kommt der Sand viele 1000 Kilometer weit zu uns herüber. Der Giftstaub von der Deponie hat’s nicht so weit und dürfte hier auch herüberwehen.“

Heute geht’s weiter

Darüber und über viele andere Aspekte im Kampf gegen die Deponie hätten Rzempowski und seine Mitstreiter gerne mit vielen, vielen Rheinbergern gesprochen. Doch vor allem das Wetter machte ihnen ein Strich durch die Rechnung, bei eisigen Temperaturen und Schneefall war die Stadt gestern Vormittag ziemlich ausgestorben und auch auf dem Marktplatz war wesentlich weniger los als üblich. Bürgermeister Hans-Theo Mennicken schaute kurz bei den Bürgerinitiativen vorbei, ihm ist die Problematik vertraut. „Er weiß um die Gefährlichkeit der ganzen Sache“, so Rzempowski. Gerade erst war das Thema im Umweltausschuss in Kamp-Lintfort behandelt worden. Der Deponiebetreiber und der Bergbau hätten alle Kritikpunkte abgebürstet. Weder gebe es dort giftige Stoffe noch Bergsenkungen. Unvorstellbar, sagt Rzempowski, angesichts der übrigen Bergschäden in der Stadt. Allein in der unmittelbaren Umgebung gebe es Absenkungen bis zu einem Meter.

Mit ihrer Aktion möchten die Gegner der Deponie andere motivieren, ebenfalls an Demonstrationen teilzunehmen. Zum Beispiel heute von 10 bis 13 Uhr in Kamp-Lintfort. Das Wetter soll besser werden.

Carmen Friemond

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