Unterstützung von allen Parteien

In der Begegnungsstätte Alte Scheune präsentierte die Initiative Endlager Mensch ein Gutachten zum Thema Eyller Berg.

„Die Parteien stehen hinter uns“, freute sich Lutz Malonek, einer der Sprecher der „Initiative Endlager Mensch“, die sich gegen die von der Mülldeponie Eyller Berg ausgehenden gesundheitlichen Gefahren wendet. Malonek und seine Mitstreiter hatten in die Begegnungsstätte Alte Scheune auf dem Klosterberg eingeladen, um die Ergebnisse eines von ihnen in Auftrag gegebenen Gutachtens zu präsentieren.
Gutachten in Düsseldorf übergeben

Bereits am Donnerstag vergangener Woche hatte die Initiative Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) in Düsseldorf besucht, um ihm das Gutachten zu übergeben. Dr. Walter Wortberg, Umweltmediziner und Sachverständiger aus Lüdenscheid, hatte Urin, Boden- und Schneewasserproben analysiert. Malonek: „Die Befürchtungen der Anwohner am Eyller Berg haben sich inhaltlich bestätigt. Aus umweltmedizinischer Sicht muss man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, über 95 Prozent, davon ausgehen, dass ein ursächlicher Zusammenhang von chronischen Erkrankungen und Krebs der Anwohner in nahe gelegenen Wohngebieten und der Mülldeponie und ihren Gifttransporten besteht.“

Die vielfältigen Metallbelastungen ließen keinen anderen Schluss zu. Überall seien Cadmium, Zinn, Kupfer, Nickel und Arsen im Urin und den Bodenproben vor, Blei im Schneewasser und im Boden. Nach Maloneks Einschätzung könne das „doch kein Zufall sein! Als Quelle und damit Ursache kommt nur die nahe liegende Mülldeponie in Frage“.
Expertenkommission gebildet

Das Ergebnis des Gesprächs in Düsseldorf sei die sofortige Bildung einer Expertenkommission aus Vertretern des Umwelt- und Gesundheitsministeriums, des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz und des Kreisgesundheitsamts. Wortberg und die Interessengemeinschaft Endlager Mensch seien auch beteiligt, so Malonek. Bereits in drei Wochen könne die Kommission ihre Arbeit aufnehmen.

Auch einige Kamp-Lintforter hatten den Weg in die Alte Scheune gefunden. Sie stellten den Präsentatoren des Gutachtens, aber auch den Politikern fragen.

Wolfgang Krause

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-moers-kamp-lintfort-neukirchen-vluyn-rheurdt-und-issum/unterstuetzung-von-allen-parteien-aimp-id7874769.html