LESERBRIEF

Sondermüll


Eyller Berg

Es ist bei allen Müllentsorgern der Republik bekannt, dass sich Müll immer das billigste Loch aussucht. Ließt man die Lobeshymnen im Artikel über die Müllentsorger am Eyller Berg–Firma Ossendot muss die Sondermülldeponie eine einzigartige Ausnahme sein. Dass darin Herr Dr. Ossendot die Deponie als eine der modernsten Sondermülldeponien im Lande bezeichnet, ist verständlich, denn Jede Mutter lobt ihre Butter".

Wer den Artikel vom 11. Januar geschrieben hat, ist nicht zu ersehen. Wird doch wohl nicht eine Pressemitteilung der Stadt KampLintfort sein? – Hat man das Stinkjahr 2004/05 vergessen, als die Firma Ossendot an der Entsorgung der Kokerei in Duisburg (IKEA-Gelände) verdiente und den betroffenen Bürgern erzählte, es riecht ja gar nicht und wenn, dann ist es in keinster Weise gefährlich? Zu verstehen wäre es schon, wenn man den Vertrag zwischen der Firma Ossendot und der Stadt Kamp-Lintfort liest. Dort ist zu entnehmen, die Vertragspartner verpflichten sich zu gegenseitigen „Wohlverhalten", oder übersetzt „haust Du mich nicht, soll es Dein Schaden nicht sein". Wachstum?

Die Laufzeit der Sondermülldeponie Eyller Berg ist bis zum Jahr 2020 projektiert. Soll das Projekt verlängert werden oder gar erweitert werden? So zumindest drängt es sich auf, wenn man den Artikel liest und das Bild betrachtet. Mag ja sein das die Firma Ossendot ein Labor zur chemischen Analyse von Schadstoffen und ähnliches betreibt, aber wer glaubt denn ernsthaft, dass das Labor mitsamt seinen Mitarbeiten Bestand hat, wenn im Jahr 2020 der „Deckel" auf den Eyller Berg kommt.

Zum Schluss noch etwas zur Informationskultur. Zwischen der Firma Ossendot und der Stadtverwaltung mag es ja einen funktionierenden Informationsaustausch geben, aber danach ist Schluss. Wie sonst ist zu erklären, dass bis heute die Bürger nicht informiert wurden, was aus dein Antrag der Firma Ossendot aus 2004 wurde, die Müllanfahrzeiten und auch die Betriebszeiten auf der Deponie großzügig zu verlängern.

Tolle Informationskultur!

Gerhard Krick Kamp-Lintfort

Rheinische Post 17.1.06 (Abschrift)